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Reisen 2022

Zeitreisen im Süden

Zeitreise im Süden - Titelbild
Wir feiern 40.000 Jahre Kreativität und Erfindung

Baden-Württemberg 2022

Wir feiern 40.000 Jahre Kreativität und Erfindung

Im Süden Deutschlands lieben wir es einfach, Dinge zu erschaffen und zu erfinden. 2022 feiern wir diesen Einfallsreichtum. Überall in unserer Region setzen Dörfer und Städte auf das, was im Süden Deutschlands hergestellt wird. Wir blicken 40.000 Jahre zurück, auf die Entstehung des Löwenmenschen. Es ist das älteste Kunstwerk der Welt. Und es wurde in einer unserer zahlreichen prähistorischen Höhlen entdeckt. 

Wie kommt der Kuckuck in die Uhren aus dem Schwarzwald? Wohin verschwindet das Wasser auf der Schwäbischen Alb? Und was können wir im Museum über unsere Zukunft lernen? Mit unseren Jahresthemen reisen wir kreuz und quer durch die Zeit - und bleiben mit einem Fuß doch auch immer im Hier und Jetzt. Aufregend wird es allemal, denn das Vergangene ist gar nicht so vergangen... wie sich immer wieder herausstellt. Und der Süden hält unterwegs viele interessante Abenteuer in Echtzeit bereit. 

Wir wünschen viel Spaß beim Inspirationen sammeln.

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Epochale Erlebnisse in Baden-Württemberg

Zeitreise Von der Steinzeit bis in die Zukunft

Epochale Erlebnisse in Baden-Württemberg

Willkommen im faszinierenden Zeittunnel des Südens. Reisen entlang des Zeitstrahls. Beam me back, Scotty! Durch Zeit und Raum. Einfach das gewünschte Zeitalter einstellen. Zurück oder Zukunft? Der Süden ist ein Spiegel der Menschheitsgeschichte. Zwischen Vorgestern und Übermorgen kann man jede Epoche an den Original-Schauplätzen besuchen – von den Eiszeithöhlen der Schwäbischen Alb bis zur futuristischen Klima Arena im Kraichgau. Kelten, Römer, Barock, Moderne – alles höchst lebendig. Bitte anschnallen, die Zeitreise startet. Einfach Epoche auswählen. Los geht’s.

Zeitreisen im Süden
Tiefenhöhle Laichingen im Alb-Donau-Kreis | © Alb-Donau-Kreis Tourismus

Wo wohnten die Menschen in der Steinzeit? Auf der Schwäbischen Alb kann man durch ihre Wohnzimmer spazieren. Bärenhöhle, Nebelhöhle, Zwiefaltener Tropfsteinhöhle und weitere Originalschauplätze aus grauer Vorzeit sind bequem begehbar. Ganz ohne Steigeisen. Warm anziehen hat sich bewährt. Schon nach wenigen Schritten ist man auf Steinzeit-Temperatur. In andere Höhlen geht’s hinein mit dem Kahn, zum Beispiel in die Wimsener Höhle. Auch auf den schönen Seen des Südens haben sich die Steinzeit-Menschen wohl gefühlt. Verständlicherweise. Davon zeugen die Pfahlbauten. Unteruhldingen am Bodensee ist berühmt. Aber auch die Pfahlbauten in Sipplingen und am Federsee sollte man gesehen haben. Was die Leute damals geschaffen haben, findet man in den Museen des Landes: Der 40.000 Jahre alte Löwenmensch steht im Museum Ulm. Die Venus vom Hohle Fels steht im urmu Urgeschichtliches Museum in Blaubeuren. Das Vogelherd-Pferd kann im MUT auf Schloss Hohentübingen bestaunt werden.

Der runde Zeugenberg Ipf bei Bopfingen im Ostalbkreis | © Adobe Stock

Wer kennt Herbertingen-Hundersingen? Zu keltischen Zeiten lag auf der heutigen Gemarkung ein riesiges Handelszentrum. Freilich unter anderem Namen. Der Grieche Herodot erwähnte die mythische Stadt Pyrene am Ursprung der Donau. Die Kelten-Metropole befand sich dort, wo heute die Reste der Heuneburg liegen, gleich bei Hundersingen. Über den Reichtum der Kelten kann man nur stauen. Zum Beispiel in Pyrene-Hundersingen im Keltenmuseum. Oder man wirft einen Blick ins Fürstengrab, das sich in im Strohgäu bei Hochdorf/Enz befindet. Dort ist ebenfalls ein spannendes Keltenmuseum eingerichtet worden. Eine weitere bemerkenswerte Anlage liegt in Hohenlohe bei Creglingen. Eine stattliche Ringmauer lässt ahnen, wie groß die keltische Siedlung war. Apropos Größe: Nein, der Ipf ist kein Vulkan. Der runde, grüne Berg sieht von allen Seiten aus, als hätte ein Kleinkind einen Berg gemalt. Aber auch die Erwachsenen haben einen Spaß am Ipf. Der runde Berg hatte die Kelten angezogen. Ein Nachbau einer Anlage und ein archäologischer Rundweg machen den Ausflug in den äußersten Osten des Südens lohnenswert. Lust bekommen auf eine Reise in die Zeit der Kelten?

Beleuchtete römische Badruinen in Baden-Baden  | © Susi Maier/ Black Dots White Spots 

Die Quellen sind dieselben. Baden wie in römischen Zeiten kann man heute in der Cassiopeia Therme in Badenweiler und im Baden-Badener Friedrichsbad. Römerinnen und Römer mochten diese Genusstempel. Wer Muse hatte, verbracht den lieben, langen Tag im Bad. Noch heute eine der besten Ideen, die man für einen relaxten Nachmittag haben kann. Die römische Gesellschaft fühlte sich sicher. Völlig zu Recht. Der Abstand zur Grenze ihres Reiches war komfortabel. Der Limes, der die Reichgrenze markiert, war weit entfernt. Der Wall gilt als eine Meisterleistung Römischer Ingenieurskunst. Im Norden Baden-Württembergs zieht er über Kilometer schnurgerade durch die schöne Landschaft. Entlang des Limes ist heute eine Straße ausgeschildert. Entsprechende Museen reihen sich wie eine Perlenkette aneinander: zum Bespiel die Römermuseen in Osterburken und Mainhardt und das Limes-Museum in Aalen. Und nicht vergessen: Das Heilige Römische Reich wurde später von den Staufern beherrscht. Die drei Stauferlöwen sind fest verankert im Wappen Baden-Württembergs. Rund um Hohenstaufen, Stuifen und Rechberg kann man diese Epoche erleben. Auf den Bergen, bei Wanderungen und in den Museen der Region.

Luftaufnahme der Klosterinsel Reichenau | © TMBW, Raatz

Im Frühmittelalter zwischen 8. und 11. Jahrhundert lag der Nabel der Welt mitten im See. Genauer gesagt im Untersee auf der Insel Reichenau. Religion und Kultur entwickelten sich prächtig. Etwas im Verborgenen, denn die Kirchen auf der Reichenau sind aus heutiger Perspektive eher unscheinbar. Aber was darin schlummert! Hochkarätige Kunstschätze, die einen Besuch unbedingt lohnen. Je später das Mittelalter, um so prunkvoller die Bauten. Zum Beispiel das Schloss Langenburg. Seit 800 Jahren ist es im Besitz der fürstlichen Familie. Vom aktuellen Hausherr Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg führt eine Verwandtschaftslinie direkt zur Queen. Stichwort Hochadel. Eines der ältesten Adelsgeschlechter Europas residiert in Donaueschingen. Das dortige Schloss ist der Stammsitz derer zu Fürstenberg. Nicht weit davon entfernt, liegt das Stammland der Hohenzollern. Die gleichnamige Burg thront als Wahrzeichen über den schwäbischen Landen. Nicht weniger sehenswert präsentiert sich das Hohenzollernschloss Sigmaringen. Bei der Besichtigung offenbart sich: ein Märchenschloss wie es im Buche steht. Einfach zauberhaft!

Prunkvolle Innenräume von Schloss Ludwigsburg | © TMBW

So widersprüchlich die Epoche, so abwechslungsreich ihre Ausflugsziele. Barocke Prachtbauten stehen in Oberschwaben dicht an dicht. 55 Stationen hat die Barockstraße – unter anderem das Neue Schloss Tettnang, den Bibliothekssaal im Kloster Wiblingen, das Kloster Sießen mit seinem sagenhaften Klostergarten, die umwerfende Bibliothek im Kloster Bad Schussenried und die großartige Basilika in Weingarten. Viel Licht, viel Sonne strahlt in die prächtigen Räume. Aber es gab auch dunkle Seiten. Wer zum Blutritt nach Weingarten kommt, darf glücklich sein, dass der zugehörige Brauch eher zur gelebten Folklore zählt. Bleiben wir auf der schönen Seite. Im Barock hat man gerne und gut getafelt. Man kann die Epoche bei einer Genusstour schmecken lassen: die frischen Seelen vom Fidelisbäck in Wangen oder das Schmalzgebäck im Freilichtmuseum in Kürnbach. Wer Aulendorf auf seinem Reiseplan hat: Bitte Schloss und Schlossbrauerei besuchen. Der Bio-Brauer braut barock. Er sagt selbst, er hätte eine barocke Figur bekommen. Natürlich findet man die Prunk-Epoche auch außerhalb Oberschwabens. Die Kinder freuen sich über Blütenduft und Märchenzauber im „Blühenden Barock“ in Ludwigsburg bei Stuttgart. Angelegt in Gärten des riesigen Residenzschlosses. Ein Rundgang durch den Prunkbau empfiehlt sich für Liebhaber aller Epochen. Alles vorhanden: über das verspielte Rokoko bis zum eleganten Klassizismus.

Geburtshaus Gottlieb Daimler in Schorndorf | © Stadt Schorndorf

Wer hat eigentlich das Spaghetti-Eis erfunden? Der Mannheimer Dario Fontanella! Original Spaghetti-Eis vom Erfinder kommt aus der Spätzlespresse. Zugegeben, als Dario seinen Geistesblitz hatte, war die Industrialisierung längst Geschichte. Trotzdem darf man feststellen: Der Erfindungsreichtum im Land ist grenzenlos. Darum ist die Industrialisierung ein besonders spannendes Zeitalter. Klar: allen voran das Auto! Stuttgart wäre ohne Daimler und Porsche kaum denkbar. Neben den großen Flaggschiffen lohnt eine Tour durchs ganze Land. Oder eine Rundfahrt mit dem Zeppelin am Bodensee inklusive Museumsbesuch. Jenseits der Mobilität hat die Industrialisierung viele bemerkenswerte Branchen, Unternehmen und Marken hervorgebracht. Zum Beispiel Spielzeug: Märklin in Göppingen und Steiff in Giengen an der Brenz. Oder Uhren: Junghans in Schramberg oder das Deutschen Uhrenmuseum in Furtwangen. Auch klar: Nach dem Museum folgt stilecht eine Stippvisite im Shop. Unbedingt zu empfehlen das Vitra Design Museum in Weil am Rhein oder die Outletcity Metzingen (übrigens ohne Museum). Und nach dem Shop? Am liebsten ein original baden-württembergisches Spaghetti-Eis.

Open-Air Streetart, Stadt.Wand.Kunst Mannheim | © Alexander Krziwanie

Aber hallo! Kunst und Kultur auf neuen Wegen. Das war wirklich nicht zu erwarten: Haushohe Kunst an Mannheimer Gebäuden. Einfach dem Projekt „Stadt.Wand.Kunst“ folgen. Oder man entdeckt die neue, alte Weinstadt Heilbronn. Kaum wieder zu erkennen, diese wunderbare Atmosphäre am Neckar. Weite Teile der City wurden jüngst umgekrempelt. Das Resultat: Eine durch und durch erstaunliche Stadt. Was verträumte Gassen und feine Straßencafés betrifft, kommt man an Freiburg kaum vorbei. Zugegeben, Freiburg ist kein Geheimtipp. Die Uni-Stadt steht weltweit auf Platz 3 bei den Top-Reisezielen von „Lonely Planet“. Andererseits: Da muss was dran sein, oder? Eine andere moderne Devise des Südens lautet: Raus aufs Land! Es lohnt sich. Dort sind Avantgarde und Moderne in großartigen Museen zu Hause. Zum Beispiel in den Häusern von Reinhold Würth in Künzelsau und Schwäbisch Hall, in der Kunsthalle Weishaupt in Ulm, im Schauwerk Sindelfingen, in der Sammlung Grässlin in St.Georgen oder im Museum Ritter in Waldenbuch bei Stuttgart. Wer dort draußen unterwegs ist, wird sich über weitere liebevolle Überraschungen freuen. Im Süden findet man sie unter dem Begriff: Kleinstadtperlen. Eine Entdeckungsreise lohnt auf jeden Fall.

Plusenergiehaus Klima Arena in Sinsheim | © TMBW, Lengler

Die Zeiten sind vorbei, in denen man eine Kristallkugel zur Hand nahm. Am ZKM (Zentrum für Kunst und Medien) in Karlsruhe wird die Welt von morgen gestaltet: real und virtuell. Unter dem Stichwort UNESCO City of Media Arts gibt es weitere faszinierende Ausblicke. Live aus Karlsruhe. Wie nachhaltig unser Leben der Zukunft werden kann, lässt typischerweise in Freiburg besichtigen. Die Green City Deutschlands liefert an vielen Stellen Impulse zur Nachhaltigkeit: im Wohnquartier Vauban oder auf speziellen Führungen durch die ganze Stadt. Wie sich das Klima entwickelt – und wie viel Zeit wir noch haben, um es zu retten – kann man in Sinsheim im Kraichgau ablesen. Die neue Klima Arena klärt auf. Wissenschaft anschaulich gemacht. In der Arena können Kinder und Erwachsene in die Zukunft schauen. Viel Science. Keine Fiction. Höchst spannend.