Warum Bad Wildbad der neue Outdoor-Hotspot im Schwarzwald ist
NATUR

Warum Bad Wildbad der neue Outdoor-Hotspot im Schwarzwald ist

12. September 2018

Vorsichtig setzen wir einen Fuß vor dem anderen. Die Bäume unter unseren Füßen sind bis zu 60 Meter entfernt und sehen von hier aus wie kleine Brokoliröschen. Obwohl kein Wind herrscht, schwankt die Stahlkonstruktion gewaltig. Nein, die neue Wildline Hängeseilbrücke ist nichts für Ängstliche und Menschen mit Höhenangst und seit Juli 2018 die neue Attraktion auf dem Sommerberg in Bad Wildbad. Als wenn man auf dem 40 Meter hohen Aussichtsturm des benachbarten Baumwipfelpfades oder in Deutschlands größtem Bikepark nicht schon genug „ins Schwitzen“ kommen würde.

Hängeseilbrücke

Ganze 380 Meter lang ist die sogenannte „Wildline“, der neue Star am Hängeseilbrücken-Himmel, die am 21.7.2018 offiziell eröffnet wurde. Wir waren schon ein paar Tage vor der Eröffnung da und haben uns dem schwankenden Abenteuer gestellt. Das Besondere: Die derzeit längste Fußgänger-Hängeseilbrücke Baden-Württembergs fällt durch eine seltsame und einzigartige Konstruktion auf, die sie von allen uns bis dahin bekannten Hängeseilbrücken unterscheidet. Anders als bei andern Hängeseilbrücken üblich wölbt sich die Wildline zur Mitte nach oben hin und nicht nach unten.

So kann man von einer Seite der Brücke das andere Ende erst sehen, wenn man die Mitte erreicht. Von dort ist auch der Blick über die weiten Hügel und Wälder des Enztals am schönsten. Eigentlich passen bis zu 600 Besucher zeitgleich auf die Brücke. Damit jeder das Erlebnis aber auch richtig auskosten kann, werden zeitgleich nur 300 durch das Drehkreuz am Eingang gelassen. Wenn man die gigantischen Stahlpfeiler so sieht, ist es eigentlich kaum zu glauben, dass das Bauprojekt in nur neun Monaten entstanden ist. Wer „wild“ genug ist und jetzt Lust hat, sich seiner Angst zu stellen, kann dies täglich von 9 bis 19 Uhr tun – Kostenpunkt 9 Euro für Erwachsene und 7 Euro für Kinder.

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Julia Zieseniß - © Wildline Bad Wildbad
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Wildline Bad Wildbad - © Jana Zieseniß

Baumwipfelpfad

Eher „zum alten Eisen“ gehört der rund einen Kilometer von der Hängeseilbrücke entfernte Baumwipfelpfad, der bereits 2014 seine Pforten öffnete. Auf über einem Kilometer bekommt man einen ganz anderen Blick auf den Wald und seine Bewohner. Einmal mitten durch den Bergmischwald des Nordschwarzwaldes führt die Konstruktion aus Stahl und Holz, die sich erstaunlich gut in die Waldlandschaft einfügt.

Unterwegs warten an verschiedenen Stationen kleine Abenteuer und interessante Einblicke in die Flora und Fauna der Region. Besonders für Kinder sind die unterschiedlichen Mitmach- und Wissensstationen toll, denn so lernen sie auf spielerische Weise. Aber auch Erwachsene können hier durchaus noch etwas dazulernen. Unangefochtenes Highlight und auch architektonischer Höhepunkt des Baumwipfelpfades ist der spiralförmige Aussichtsturm am Ende des Parcours, auf den wir uns Kurve um Kurve allmählich hinaufschrauben. Oben angekommen, reicht der Blick über die Baumspitzen bis zur Hängeseilbrücke und darüber hinaus. Das Beste: Der Baumwipfelpfad ist dank seiner moderaten Steigung komplett barrierefrei und somit ein Abenteuer, das jeder genießen kann, der möchte. Der Baumwipfelpfad öffnet täglich um 9:30 und schließt je nach Jahreszeit zwischen 15:30 und 19:30. Am schönsten ist es – gerade an den Wochenenden – während der ersten Stunde nach Öffnung. Da stehen auch die Chancen auf Tiersichtungen am höchsten.

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Bad Wildbad Baumwipfelpfad Schwarzwald - © Jana Zieseniß
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Bad Wildbad Baumwipfelpfad Schwarzwald - © Jana Zieseniß
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Bad Wildbad Baumwipfelpfad Schwarzwald - © Jana Zieseniß

Glamping mit Ausblick

Ein bisschen erinnert uns der kleine weiße Würfel, der diese Nacht unser Zuhause sein soll an eine Tetrapack-Verpackung. Doch tatsächlich handelt es sich bei dem futuristischen Würfel um ein sogenanntes Sleeperoo. Das Glampingzelt bietet im Inneren mehr als genug Platz für zwei Personen, sogar Licht gibt es. Mit Blick auf Bad Wildbad werden wir in einer ruhigen Ecke neben der Bergbahn die Nacht verbringen. So wirklich ruhig wird es allerdings erst, wenn die letzte Bahn abgefahren ist und Ruhe auf dem Sommerberg einkehrt. Wo eben noch neugierige Besucher unseren Schlafplatz inspizierten, ist es plötzlich schlagartig ruhig. Wir hören nur einen Uhu und das Rascheln der Bäume im Wind, als wir den Reißverschluss unseres Domizils schließen und es uns für die Nacht gemütlich machen. Wir sind beeindruckt, wie sich der trubelige Sommerberg in der Nacht zu einem Ort der Stille verwandelt. Bis morgens die erste Bahn fährt sind wir ganz im Einklang mit der Natur. Als es mitten in der Nacht zu regnen beginn, wird es in dem kleinen Würfel sogar noch gemütlicher. Das Sleepero in Bad Wildbad ist übrigens nicht das einzige seiner Art. An mehreren exponierten Orten in Deutschland hat die Hamburger Firma eines ihrer nachhaltigen Zeltkonstruktionen aufgebaut. Bevor es dann rückstandslos wieder abgebaut werden kann, können sich Neugierige und Outdoorfans noch bis zum 15.10.2018 für 90 – 200 Euro pro Nacht auf dem Sommerberg einquartieren und eine Übernachtung der anderen Art erleben. Psst: Toiletten und Frühstück gibt es im benachbarten Hotel Auerhahn.

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Sleepero in Bad Wildbad - © Jana Zieseniß
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Sleepero in Bad Wildbad - © Jana Zieseniß
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Sleepero in Bad Wildbad - © Jana Zieseniß

Noch mehr Outdoor-Highlights in Bad Wildbad

Wer noch nicht genug hat vom Abenteuer findet in Bad Wildbad noch viel mehr Outdoor-Highlights und Naturerlebnisse:

  • Bikepark Bad Wildbad – Deutschlands größter und ältester Bikepark
  • Wandern auf dem Sommerberg auf 235 Kilometer ausgeschilderten Wanderwegen
  • Nordic Walking u.a. auf der vier Kilometer langen "Bad Wildbad Sommerbergtour" 
  • Im Winter: Skifahren auf dem Schwarzenbacher Skilift mit 2 Abfahrten

Ward ihr schon mal auf dem Sommerberg und was war euer Highlight? 

Autoren: Julia Lassner| globusliebe und Jana Zieseniß | Sonne & Wolken 

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