Genuss braucht Zeit
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Genuss braucht Zeit

07. Dezember 2017

Im Norden Baden-Württembergs gehören besonders viele Köche und Produzenten zur Slow-Food-Bewegung. Drei stellen wir hier vor. 

Slow Food in Baden-Württembergs Norden

„Wo wird die Kultur eines Landes besser verkörpert als in einer guten Hausfrauenküche?“ Markus Reinauer, Küchenchef in der Jagstmühle

Es gibt Gerichte, die verbinden wir automatisch mit Heimat, mit Kindheitserinnerungen – mit Oma oder Mama. Bei ihnen durften wir in die Töpfe gucken, naschen und draußen im Garten die Kräuter holen. Genau das ist Slow Food! Die Bewegung steht für gute und faire Produkte und dafür, sich Zeit zu nehmen fürs gemeinsame Genießen.

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Zu Gast bei Stephanie Haller

Das alles ist auch Stephanie Haller wichtig: Die Köchin aus dem Kraichgau betreibt seit 14 Jahren die Genussmanufaktur „Augenschmaus und Gaumenfreuden“ in Kraichtal. Schon mit vier Jahren verfolgte sie jeden Handgriff der Großmutter in der Küche; heute steht sie ebenfalls begeistert am Herd. Und die Rezepte sind teilweise dieselben geblieben. Alle Produkte sind handverlesen, die Erzeuger kennt Haller. „Ich will wissen, wie die Tiere aufwachsen, die ich später verarbeite“, sagt sie. Diese Sorgfalt und Hingabe schmeckt man.

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Stephanie Haller in ihrer Genussmanufaktur "Augenschmaus und Gaumenfreuden"  - © Gregor Lengler
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"Augenschmaus und Gaumenfreuden" sind Name und Programm bei Stephanie Haller - © Gregor Lengler

Slow-Food-Koch Markus Reinauer

Genauso viel Liebe zu guten Produkten erleben Gäste in der Jagstmühle. In dem Landgasthof in Mulfingen-Heimhausen kocht Markus Reinauer. Seine Devise: bodenständige Hausfrauenküche mit besten regionalen Produkten. Reinauer möchte beinahe vergessene Traditionen und alte Rezepturen wieder beleben. „Tiere verarbeiten wir immer komplett“, erzählt er.

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Gutbürgerliche Küche gibt's in der Jagstmühle - © Gregor Lengler
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Kocht radikal regional: Markus Reinauer - © Gregor Lengler
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Bodenständige Hausfrauenküche mit besten Produkten aus der Region - so lautet die Devise von Markus Reinauer, ein Verfechter des Slow Food - © Gregor Lengler
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Die Jagstmühle in Heimhausen - © Gregor Lengler

Blütensekt von Bernulf Schlauch

Etwa zehn Kilometer südlich von Heimhausen liegt unterhalb von Langenburg und direkt an der Jagst Bächlingen. Dort lebt Bernulf Schlauch. Er ist Slow-Food-Regionalkoordinator von Hohenlohe und Erfinder des Blütensekts. Aus Holunder- oder Akazienblüten, Rosenblättern und Mädesüß stellt er in einem aufwendigen Verfahren Schaumweine her – ganz bewusst langsam. „Die Sekte brauchen eben ihre Zeit, bis sie ihren Geschmack entfaltet haben“, erzählt Schlauch. Slow Food, das bedeutet für ihn nicht nur, sich Zeit zu lassen mit den Produkten, sondern auch: sich Zeit zu nehmen für Gäste und gutes Essen.

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Akazienzauber, Rosenzauber, Mädesüß - so lauten die Namen bei Bernulf Schlauch, Erfinder des Holunderblütensekts - © Gregor Lengler
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Bernulf Schlauch mit seinem Holunderzauber - © Gregor Lengler
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