Ein Tag in… Ulm
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Ein Tag in… Ulm

13. April 2018
BLACK DOTS WHITE SPOTS

Bereit für einen Städtetrip? In einer neuen Reihe „Ein Tag in…“ stellt euch Reisebloggerin Susi von blackdotswhitespots.com coole Tipps, schöne Ecken und Hidden Places in insgesamt neun Städten Baden-Württembergs vor — unseren „Sternen des Südens“.

Die kleine Metropole zwischen Stuttgart und München hat nicht nur Albert Einstein und den „Schneider von Ulm“ mit seiner berühmten Flugmaschine hervorgebracht, sondern auch das Ulmer Münster mit dem höchsten Kirchturm der Welt und das historische Fischerviertel. So gibt es einiges zu sehen in Ulm! Abseits der altbekannten Sehenswürdigkeiten gibt es einige versteckte Orte zu entdecken und es entwickelt sich eine junge, kreative Szene.

Vormittags

Frühstück

Ich sinke in einen 50er-Jahre-Sessel und nehme einen Schluck aus der zart geblümten Teetasse, bevor ich ich für eines der leckeren Frühstücke auf der Karte entscheide (das vegetarische). Inmitten der charmant zusammengewürfelten 50er- und 60er-Jahre-Einrichtung, der Blumenvasen auf den Tischen und der selbstgemachten Kuchen fühle ich mich ein bisschen wie in einem Wohnzimmercafé in Berlin, doch durch die Scheiben fällt mein Blick eindeutig auf die Ulmer Altstadt mit den Fassaden der Herrenkellergasse. Im Café Fräulein Berger könnt ihr nicht nur gut frühstücken, sondern bei einem Stadtbummel auch gut zum Kaffee und Kuchen vorbeischauen. Außerdem ist das Café ein super Ausgangspunkt für eine Erkundung der Altstadt!

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Café Fräulein Berger - © Susi Maier/ Black Dots White Spots

Verstecktes in der Altstadt

Abseits der Fußgängerzone lässt es sich in den kleinen Gassen hinter dem Münster bestens bummeln und kleine, individuelle Geschäfte entdecken. Gegenüber vom Café Fräulein Berger solltet ihr beim Ulmer Zuckerbäcker das „Ulmer Zuckerbrot“ probieren, ein Hefegebäck mit verschiedenen Gewürzen. In der urigen Backstube wird seit sechs Generationen wie früher gebacken! Bei „Gutes von hier“ in der Herrenkellergasse findet ihr Produkte aus der Region wie Streuobst-Prosecco, schwäbischen Gin und Linsen-mit-Spätzle-Mischung, die sich prima als Geschenke und Mitbringsel eignen. Bei „Konsumgut“ in der Pfluggasse gibt es originale Vintage-Möbel und Accessoires mit Schwerpunkt Mid-Century und in der Platzgasse findet ihr sogar noch einen Briefmarkenladen. Schön ist auch die Rabengasse.

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Gutes von Hier - © Susi Maier/ Black Dots White Spots

Grabenhäusle und Einsteinbrunnen

Ein Geheimtipp in Ulm sind die „Grabenhäusle“, süße kleine Häuschen, die im 17. Jahrhundert direkt auf dem Stadtmauerwall gebaut wurden. Ursprünglich dienten sie als zusätzlichen Wohnraum für Soldaten, die die Stadt Ulm zu Kriegszeiten zur Verteidigung anwarb. Heute sind sie restauriert und gehören zu den schnuckeligsten Häusern der Stadt. Die schönsten sind die am Seelengraben!

Nur eine Minute weiter findet ihr auf dem Gelände des historischen Zeughauses eine weitere, wenig bekannte Sehenswürdigkeit: den Einsteinbrunnen des Bildhauers Jürgen Goertz, der dem bekanntesten Sohn der Stadt gewidmet ist und ein recht verrücktes Design hat: Den unteren Teil bildet eine Atomrakete, aus der Wasser strömt, oben schaut Einsteins Kopf heraus - natürlich mit herausgestreckter Zunge.

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Grabenhäusle - © Susi Maier/ Black Dots White Spots
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Einsteinbrunnen - © Susi Maier/ Black Dots White Spots

Mittags

Es schwebt auf dem Wasser: Das moderne und stylische Restaurant „Bootshaus“ mit Lounge und Bar liegt direkt am Donauufer. Auf zwei Terrassen könnt ihr bei schönem Wetter draußen sitzen oder von innen durch die bodenhohen Fenster direkt aufs Wasser schauen. Auf der Speisekarte stehen unter anderem Steaks, Burger, Pasta oder Salate. Ich habe bei schönstem Herbstwetter zum Mittagstisch vorbeigeschaut - zu Lachs-Quiche, Semmelknödel mit Pfifferlingen und frischem Salat.

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Bootshaus - © Susi Maier/ Black Dots White Spots

Nachmittags

Entdeckungen an Donauufer und Fischerviertel

Vom Bootshaus aus könnt ihr direkt am Donauufer weiterspazieren, oder wahlweise oben auf der alten Stadtmauer, zu der es immer wieder Aufgänge gibt. Haltet Ausschau nach dem kleinen Rosengarten - ein ruhiger, hübscher Ort und dennoch mitten in der Stadt. Auf der Donauwiese könnt ihr gemütlich zwischen Einheimischen am Fluss sitzen und habt einen tollen Blick auf die Stadtmauer mit den Häusern der Altstadt und dem Münsterturm hinter euch.

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© Susi Maier/ Black Dots White Spots

Anschließend streift ihr durchs Fischerviertel! In dem alten Handwerksviertel findet ihr alte Gassen mit verwinkelten Fachwerkhäusern, das berühmte „Schiefe Haus“, kleine Brücken, urig-schwäbische Gasthäuser und kleine Galerien und Läden wie „Fischerins Kleid“, ein Shop für stylische, fair hergestellte Kleidung und Accessoires oder „Donauwelle“, ein Laden mit Café mit Produkten, die von Behinderten hergestellt wurden.

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Fischerviertel - © Susi Maier/ Black Dots White Spots

Dann kommt das Ulmer Münster dran, das ihr bei einem Besuch in Ulm einfach nicht verpassen dürft. Das gotische Münster ist nicht nur unglaublich riesig und beeindruckend, sondern hat auch noch den höchsten Kirchturm der Welt! Wer die 768 Stufen auf den 161 Meter hohen Turm hinaufsteigt, hat auf dem Weg nach oben immer wieder wunderbare Ausblicke auf die Stadt und das Umland - bei klarem Wetter seht ihr von oben sogar die Alpen.

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Blick vom Ulmer Münster - © Susi Maier/ Black Dots White Spots

Abends

Bei schönem Wetter startet ihr mit einem Aperitif in der „Stiege“ in den Abend: Das ehemalige Toilettenhäuschen direkt an der Stadtmauer am Donauufer ist heute eine Bar und ein Art Space mit wechselnden Kunstaktionen und -installationen. Bei einem Drink aus dem Bar-Kiosk sitzt ihr auf der Mauer direkt an der Donau und genießt an einem lauen Abend den Blick aufs Wasser.

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Stiege - © Susi Maier/ Black Dots White Spots

„Einfach lecker essen“ ist das Motto von Alina Bebrout. Wenn ihr etwas Besonderes und Individuelles mögt, solltet ihr zum Abendessen in ihrem kleinen, heimeligen und liebevoll eingerichteten Restaurant „Bebrout“ vorbeischauen. Hier kocht die junge Unternehmerin jeden Tag ein feines, leckeres fünfgängiges Menü aus frischen, regionalen Zutaten. Für den kleineren Hunger können die Gerichte übrigens auch separat geordert werden.

Danach geht’s auf einen Drink in „Die Bar“ in der Karpfengasse, eine angesagte, minimalistisch eingerichtete Bar mit viel Stein, Holz, Retro-Glühbirnen über der Theke und Cocktails. Alternativ empfehle ich euch einen Besuch in der „Rosebottel“ Bar. Hier werden in gemütlich-altmodischem Pub-Ambiente ausgesuchte Gin Tonics mit selbstgemachten Tonic Waters kreiert, es gibt aber auch eine große Auswahl an Whisky und anderen Drinks sowie hausgemachten Limonaden aus der eigenen Limonaden-Manufaktur.

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Die Bar - © Susi Maier/ Black Dots White Spots

Übernachtungstipp:

Hotel Schiefes Haus

An diesem Haus ist alles schief - aber es steht. Und das seit über 500 Jahren! Das „Schiefe Haus“ ist nicht nur eine Sehenswürdigkeit für sich, sondern auch das schiefste Hotel der Welt. Wer in dem alten, verwinkelten Fachwerkhaus mitten im Ulmer Fischerviertel übernachtet, wird schnell feststellen: Auch innen ist alles schief!

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Susi Maier ist stets fernwehgeplagte Reisebloggerin, Fan von Roadtrips, Bergen und Ländern mit schlechtem Wetter, Möchtegern-Abenteurerin - und Baden-Württembergerin. Nachdem es sie jahrelang immer in die Ferne zog, hat die freie Social Media Beraterin, -Redakteurin und Bloggerin die eigene Heimat als Reiseziel (wieder)entdeckt und berichtet darüber neben anderen Reiseabenteuern auf ihrem Blog www.blackdotswhitespots.com.