Ein Tag in… Mannheim
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Ein Tag in… Mannheim

26. März 2018
BLACK DOTS WHITE SPOTS

Bereit für einen Städtetrip? In einer neuen Reihe „Ein Tag in…“ stellt euch Reisebloggerin Susi von blackdotswhitespots.com coole Tipps, schöne Ecken und Hidden Places in insgesamt neun Städten Baden-Württembergs vor — unseren „Sternen des Südens“.

Die drittgrößte Stadt Baden-Württembergs wird oft als wenig schöne oder spannende Nachkriegs- und Industriestadt verspottet, Touristen ziehen meist gleich weiter nach Heidelberg. Dabei hat Mannheim durchaus einiges zu bieten: Ob Shopping, Kulinarisches, Musik oder Natur - man muss einfach ein bisschen genauer hinschauen. Und das habe ich getan! Mit seinen ca. 300.000 Einwohnern bietet Mannheim viele Vorzüge einer Großstadt, ist aber gleichzeitig klein und gemütlich genug, um zu Fuß oder mit dem Rad entdeckt zu werden.

Vormittags

Frühstück

Lecker und gemütlich in den Tag startet ihr im Café Fräulein Schiller am Schillerplatz. Der Platz selbst ist eine kleine grüne Oase mitten in der Stadt, wo bei schönem Wetter auch eine kleine Außenbewirtung stattfindet. Innen nehmt ihr in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre auf liebevoll zusammengestellten Vintage-Sofas und -Sesseln Platz und genießt ein leckeres Frühstück mit frisch gebackenen Brötchen und leckerem Kaffee. Auch Waffeln, Quiches, Mittagstisch und gute Kuchen gibt es - alles hausgemacht und selbstgebacken. Dabei wird Wert auf regionale und natürliche Zutaten gelegt und auf der Karte findet ihr auch glutenfreie, vegetarische oder vegane Gerichte sowie hausgemachte Limonade.

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Café Fräulein Schiller am Schillerplatz - © Susi Maier/ Black Dots White Spots

Die Quadratestadt erkunden

Bei der anschließenden Erkundung der Mannheimer Innenstadt werdet ihr feststellen: Hier spielt sich das Leben in Quadraten ab! Das Zentrum wurde um 1600 als Gitter mit quadratförmigen Straßenblöcken angelegt. Straßennamen sucht man in den „Quadraten“ zum Teil vergeblich, dafür gibt es Straßenblöcke mit Zahlen und Buchstaben (A1, A2 usw.). Die rechtwinklige Gitterstruktur macht das Zurechtfinden allerdings auch vergleichsweise einfach!

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Butiq Concept Store - © Susi Maier/ Black Dots White Spots

Im Butiq Concept Store im Einkaufszentrum Stadtquartier Q6/Q7 findet ihr ausgefallene Designobjekte, Accessoires, Deko von kleinen Labels aus der Region wie dem Mannheimer Socken-Startup Jungfeld. In dem stylischen und auffällig dekorierten Store findet ihr aber auch Feinkost und Slow Food-Produkte sowie ausgefallene Spirituosen und Pfälzer Wein zu Winzerpreisen.

Wenn ihr Kunst mögt, empfehle ich euch einen Besuch in der Kunsthalle Mannheim, deren spektakulärer Neubau im Juni 2018 eröffnet wird. Nicht verpassen solltet ihr bei eurer Erkundungstour den alten Wasserturm. Rings um den 60 Meter hohen Turm im neobarocken Stil erstreckt sich der Friedrichsplatz, eine Jugendstil-Grünanlage mit Wasserspielen. Für einen Kaffee oder eine Stärkung zwischendurch könnt ihr hier im Dolceamaro Bar & Caffe vorbeischauen - nicht zuletzt wegen der opulenten und außergewöhnlichen Einrichtung.

Mittags

Picknick am Wasser und versteckte Orte im Grünen

Holt euch im Café und Bistro „Die Metzgerei“ beim Stephanienufer einen Picknickkorb und sucht euch anschließend ein schönes Plätzchen mit Blick auf den Rhein. Denn das Schöne ist ja, dass Mannheim am Wasser liegt!

Entlang des Rheinufers erstrecken sich naturbelassene Flussauen wie der Waldpark und das benachbarte Naturschutzgebiet Reißinsel. Beide sind für jedermann zugänglich, bieten aber auch viele ‚Hidden Places’ zum Verweilen fernab des städtischen Trubels, zum Beispiel am „Bellenkrappen“. Schnappt euch zum Erkunden ein Leihfahrrad! Auf dem Rückweg in die Stadt empfehle ich euch, bei der Eismanufaktur Zeitgeist noch ein hausgemachtes Eis zu schlecken.

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Picknick am Rhein in Mannheim - © Susi Maier/ Black Dots White Spots

Nachmittags

Das Szeneviertel Jungbusch

Am späten Nachmittag solltet ihr euch in den Stadtteil Jungbusch aufmachen. Der Multikulti-Stadtteil hatte früher einen weniger guten Ruf als Problemviertel, hat sich jedoch zum alternativen Szeneviertel für Studenten und Kreative gemausert und kämpft mittlerweile mit der Gentrifizierung. Hier, abseits der Innenstadt und der klassischen Sehenswürdigkeiten, bekommt ihr einen interessanten, etwas anderen Blick auf Mannheim.

Bekannt ist der Jungbusch für seine Bars und Clubs, aber auch als Standort der Popakademie Baden-Württemberg, die unter anderem Musiker wie Joris und Alice Merton hervorgebracht hat. Ganz in der Nähe der Popakademie könnt ihr an der Hafenstraße am Verbindungskanal sitzen, umgeben von leicht verfallen wirkendem Industrie- und Hafenambiente, Graffiti, aber auch ultramoderner Architektur wie beim Musikpark, einem Existenzgründungszentrum für Musik oder dem C-Hub, einem neuen Startup- und Coworkingzentrum. Zudem habe ich im Jungbusch auch schummrige Kiezbars gefunden, das Programmkino Odeon, hippe Gastronomie, eine Schokoladenfabrik, eine Galerie mit Künstlercafé (Café Buschgalerie), Deutschlands zweitgrößte Moschee, eine Strandbar am Neckar und einen Barber Shop mit angrenzender Bar (Sieferle und Sailer). Wer noch mehr erkunden mag, zieht weiter in die Neckarstadt-West - neueste Szeneanlaufstelle und direkt neben dem benachbarten Jungbusch.

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Szeneviertel Jungbusch in Mannheim - © Susi Maier/ Black Dots White Spots

Abends

In der Henriette Burger Bar im Jungbusch bekommt ihr leckere und frische Burger sowie hausgemachte, sehr gute Pommes. Die zusammengewürfelte Vintage-Einrichtung erinnert an Berlin, vor allem, wenn ihr im Hinterzimmer einen Drink schlürft, das im Vintage-Wohnzimmerstil eingerichtet ist. Im Sommer könnt ihr aber auch draußen sitzen, was schön ist, denn im Jungbusch spielt sich viel Leben auf der Straße ab. Wer keine Burger mag, geht in das vegetarische und vegane Restaurant Kombüse um die Ecke. Anschließend könnt ihr noch durch die Kiez-Bars in der Jungbuschstraße ziehen.

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Henriette Burger Bar in Mannheim - © Susi Maier/ Black Dots White Spots

Übernachtungstipp

Staytion Hotel

In dem hippen Designhotel in zentraler Lage am Hauptbahnhof trifft urbaner Industrial Chic auf Musik: Jedes Stockwerk ist einer Musikrichtung oder einer Band aus Mannheim gewidmet, was sich auch in der Musik und Deko der Flure und Zimmer widerspiegelt. Zudem gibt es ein Sushi-Restaurant, eine lässige Bar und stylische Leihfahrräder.

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Staytion Hotel - © Susi Maier/ Black Dots White Spots
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BLACK DOTS WHITE SPOTS

Susi Maier ist stets fernwehgeplagte Reisebloggerin, Fan von Roadtrips, Bergen und Ländern mit schlechtem Wetter, Möchtegern-Abenteurerin - und Baden-Württembergerin. Nachdem es sie jahrelang immer in die Ferne zog, hat die freie Social Media Beraterin, -Redakteurin und Bloggerin die eigene Heimat als Reiseziel (wieder)entdeckt und berichtet darüber neben anderen Reiseabenteuern auf ihrem Blog www.blackdotswhitespots.com.