Ausflugsziele in Baden-Württemberg: 6 Schlösser und Klöster, die ihr besuchen solltet
KULTUR

Ausflugsziele in Baden-Württemberg: 6 Schlösser und Klöster, die ihr besuchen solltet

04. Juli 2017
BLACK DOTS WHITE SPOTS

Für diejenigen von euch, die geschichtlich interessiert sind oder sich einfach mal wie eine Prinzessin fühlen und dem Geist vergangener Zeiten nachspüren möchten, hat Baden-Württemberg einiges zu bieten. Jede Menge Schlösser, Burgen und Klöster warten nur darauf, im Rahmen eines Tagesausflugs oder Kurztrips von euch erkundet zu werden! Ich habe mich auf die Suche gemacht und stelle euch hier sechs Schlösser und Klöster als Ausflugsziele vor, die ihr vielleicht noch nicht kennt, aber unbedingt mal besuchen solltet.

Kloster Wiblingen - die vielleicht schönste Bibliothek der Welt

Nur fünf Kilometer vom Stadtzentrum in Ulm entfernt findet ihr diese eindrucksvolle ehemalige Benediktinerabtei aus dem 11. Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert wurde das Kloster neu geplant und angelegt, so dass euch heute statt eines mittelalterlichen Gemäuers eine hübsche, barocke Klosteranlage erwartet, die in späteren Zeiten auch als Schlossresidenz und Schlosskaserne genutzt wurde.

Das Highlight im Kloster Wiblingen ist der wunderschöne barocke Bibliothekssaal mit seinen alten Büchern, Figuren und verspieltem Rokoko-Dekor, der sicherlich einer der schönsten Räume ist, die ich je gesehen habe. In der Bibliothek gibt es sogar einen Geheimgang! (Mehr wird nicht verraten… vielleicht findet ihr ihn ja!).

Im Rahmen einer Führung könnt ihr neben der Bibliothek noch das Klostermuseum und die imposante barocke Klosterkirche besichtigen, die ganz in weiß und gold daherkommt und in der es unter anderem eine Heilig-Kreuz-Reliquie zu sehen gibt. Vielleicht begegnet ihr auch dem Geist von Pater Johannes, der hier wohl immer noch umhergeht. Fragt in der Führung nach seiner Geschichte!

Kloster Wiblingen Ulm
Kloster Wiblingen Ulm - © Susi Maier, www.blackdotswhitespots.com

Schloss Weikersheim - für ein bisschen Prinzessinnen-Feeling

Mitten in dem kleinen Örtchen Weikersheim in der Hohenlohe steht direkt hinter dem Marktplatz ein hübsches und erstaunlich gut erhaltenes Renaissance- und Barockschloss. Wie kommt das?

Weikersheim war seit dem Mittelalter Sitz der Grafen von Hohenlohe. Der Familienzweig ist mittlerweile ausgestorben, doch das Schloss ist sowohl innen als auch außen erstaunlich gut erhalten, weshalb es dort auch noch einiges zu sehen gibt.

Ursprünglich eine mittelalterliche Wasserburg, wurde das Schloss nach und nach zu einem Schloss im Renaissancestil umgebaut und ist heute eine interessante Mischung aus verschiedenen Einflüssen von Renaissance bis Barock.

Innen erwarten euch herrschaftliche Räume mit kunstvollen Möbeln und Accessoires, die noch so erhalten sind, als könne die Grafenfamilie jederzeit wieder einziehen. Im Rittersaal starren euch kuriose Tierfiguren als Wanddekoration an und außen lädt eine barocke Gartenanlage mit vielen Figuren und Brunnen zum Lustwandeln ein.

Schloss Weikersheim
Schloss Weikersheim - © Susi Maier, www.blackdotswhitespots.com

Kloster Alpirsbach -  Schwarzwald-Flair und Renaissance-Graffiti

Die meisten kennen Alpirsbach vermutlich nur von seiner Klosterbrauerei, dabei ist das Kloster selbst durchaus einen Besuch wert! Seit fast 1.000 Jahren beherrscht es das Bild des kleinen Ortes Alpirsbach im Schwarzwald und ist schon von Weitem zu sehen.

Im Unterschied zu anderen Klöstern ist das ehemalige Benediktinerkloster Alpirsbach aus rotem Sandstein und im Stil der Romanik erbaut. In der Klosterkirche und dem sehr ursprünglich wirkenden Kreuzgang im gotischen Stil könnt ihr ins Mittelalter eintauchen. Nicht verpassen solltet ihr den Schlafsaal der Mönche (Dormitorium), der später in einzelne Mönchszellen umgebaut wurde. An den Wänden könnt ihr heute noch jahrhundertealtes Graffiti von Mönchsschülern bewundern!

Kloster Alpirsbach
Kloster Alpirsbach - © Susi Maier, www.blackdotswhitespots.com

Schloss Heidelberg: Bilderbuch-Ruine mit Altstadtblick

Es gilt als Sinnbild der deutschen Romantik: das Heidelberger Schloss. Eigentlich ist es nur noch eine Ruine, seit es in den Pfälzischen Erbfolgekriege und von Ludwig XIV. zerstört und seitdem nur teilweise wieder aufgebaut wurde. Heute liegt die malerische Ruine aus rötlichem Sandstein hoch über der Stadt und zieht Touristen aus aller Welt an (weshalb man am Besten unter der Woche kommt).

Innen könnt ihr zwischen Burgmauern und Teilen der alten Befestigung hin- und herwandeln und bei einer Führung auch Innenräume sehen. Im Schloss findet ihr auch ein Apothekenmuseum und das „Große Fass“, ein Weinfass von gigantischen Ausmaßen! Mit dem Schlossticket könnt ihr sogar mit der Bergbahn zum Schloss fahren. Einen tollen Blick auf das Schloss und Heidelberg habt ihr übrigens vom Schlossgarten!

Schloss Heidelberg
Schloss Heidelberg - © Susi Maier, www.blackdotswhitespots.com

Kloster Maulbronn - Zeitreise ins Mittelalter

Einmal ins Mittelalter eintauchen könnt ihr im Kloster Maulbronn in der Nähe von Pforzheim. Der Klosterkomplex aus dem Mittelalter ist so gut erhalten, dass er zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Hier erfahrt ihr einiges über die Welt von damals und das Leben der Klosterbewohner. Ihr könnt diverse Innenräume sehen, im Kreuzgang und im sonnigen Innenhof wandeln oder auf den alten Befestigungsmauern umherschlendern.

Bei einer Führung erfahrt ihr einige interessante Details, zum Bespiel dass es ein ausgeklügeltes Wasserversorgungssystem gab, dass der Schriftsteller Hermann Hesse Absolvent der Klosterschule war, dass das Portal der Kirche als älteste Tür Deutschlands gilt und dass die Mönche hier angeblich die Maultaschen erfanden (und gerne schon mal Biber aßen). Deshalb solltet ihr anschließend auch in der Klosterschmiede urig schwäbisch einkehren und die Maultaschen probieren - allerdings ohne Biberfüllung.

Kloster Maulbronn
Kloster Maulbronn - © Susi Maier, www.blackdotswhitespots.com

Kloster Schussenried - barockes Juwel in Oberschwaben

Weniger mittelalterlich, dafür sehr barock kommt das Kloster Schussenried bei Biberach in Oberschwaben heute daher, denn nach 1752 erhielt die mittelalterliche Klosteranlage einen barocken Neubau. Ungewöhnlich ist, dass das Kloster seit dem späten 19. Jahrhundert als Heil- und Pflegeanstalt (u.a. als Zentrum für Psychiatrie) genutzt wurde, worüber ihr im Klostermuseum mehr erfahren könnt.

Der spektakulärste Teil des Klosters ist ähnlich wie in Wiblingen die barocke Bibliothek mit ihrem Deckenfresko, den Figuren und vielen kunstvollen Dekorationen im Rokokostil, die zu den schönsten Bibliotheken Deutschlands gehört. Hier finden auch immer wieder Konzerte statt!

Kloster Schussenried
Kloster Schussenried - © Susi Maier, www.blackdotswhitespots.com
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Susi Maier ist stets fernwehgeplagte Reisebloggerin, Fan von Roadtrips, Bergen und Ländern mit schlechtem Wetter, Möchtegern-Abenteurerin - und Baden-Württembergerin. Nachdem es sie jahrelang immer in die Ferne zog, hat die freie Social Media Beraterin, -Redakteurin und Bloggerin die eigene Heimat als Reiseziel (wieder)entdeckt und berichtet darüber neben anderen Reiseabenteuern auf ihrem Blog www.blackdotswhitespots.com.