Natürliche Heilmittel

Heilendes Wasser

In der Heilkunde wird Wasser als natürliches Heilmittel seit langem eingesetzt. Bereits die Römer erbauten prachtvolle Bäder, in denen frisches Quell- oder Thermalwasser Körper und Geist stärken sollte. Heute setzen die staatlich anerkannten Heilbäder und Kurbetriebe die kurative Wirkung von Wasser auf unterschiedliche Weise ein. Jede Thermal- oder Heilquelle ist in ihrer Zusammensetzung ein Original. Je nach Zusammensetzung des Wassers werden seine heilenden Kräfte auf unterschiedliche Weise eingesetzt. Das warme und mineralstoffhaltige Wasser hat einen positiven Einfluss auf das individuelle Wohlbefinden: Es fördert die Durchblutung und wirkt entspannend. Durch den Auftrieb im Thermalwasser werden Muskeln und Gelenke entlastet.

Solebäder mobilisieren die körpereigenen Abwehrkräfte und stärken das Immunsystem. Durch die große Auftriebskraft werden Unterwasserbehandlungen begünstigt und Gelenke und Muskeln entspannt. Auch bei Hauterkrankungen wie Schuppenflechte wirkt hoch konzentrierte Sole heilend.

Anwendungen: Neben den klassisch bekannten Bädern gibt es noch weitere Anwendungen, die mit Wasser bzw. Heilwasser durchgeführt werden. Kneippkuren gehören zu den wohl bekanntesten Wasseranwendungen. Der kalte Temperaturreiz beim Wassertreten oder Armkneippen und das anschließende Aufwärmen durch Bewegung regen den Stoffwechsel an und führen zu einer verbesserten Durchblutung. Aber auch in Form von Trinkkuren hat Wasser eine heilende Wirkung. Als feiner Nebel oder Dampf wirken Heilwässer auch lokal auf die Schleimhäute. Durch das Inhalieren der feinen Tröpfchen werden die Selbstreinigungsmechanismen des Körpers angeregt, festsitzender Schleim in den Atemwegen wird gelöst und Entzündungen gelindert.

Heilende Erde

Die wohltuende Wirkung von Peloiden (griechisch: „Pelos“ = Schlamm, „oidos“ = ähnlich) wie Torf, Lehm, Fango, Kreide, Sand und Schlick, wurde schon früh entdeckt. Bereits im 14. Jahrhundert wurden Moorbäder urkundlich als Heilmittel erwähnt. Heute sind Fangopackungen, Torfbäder und Lehmwickel wegen ihrer entspannenden und entzündungshemmenden Wirkung aus der natürlichen Gesundheitstherapie nicht mehr wegzudenken.

Moor: Der Hauptbestandteil von wohltuenden Moorbädern ist Torf. Dieser bildet sich über Jahre hinweg am Moorboden und kann erst nach Trockenlegung des Moores abgetragen werden. Durch die langsame Wärmeabgabe wird die behandelte Körperstelle auf eine angenehme und fast unbemerkte Weise überhitzt. So regt die Wärme den Stoffwechsel an und verbessert die Durchblutung. Außerdem ist das Moor reich an Nährstoffen und Huminsäure, so dass der Stoffwechsel angeregt wird, Muskeln und Gelenke entspannt werden, die Durchblutung verbessert wird und Schadstoffe gebunden werden.

Fango: Neben Moor bzw. Torf haben auch andere Peloide eine regenerierende Wirkung. Fango wirkt beispielsweise schmerzlindernd bei Gelenkverschleiß. Die konstante Wärmewirkung hat einen ähnlichen Effekt wie ein warmes Moorbad: Die behandelten Körperpartien werden überhitzt, die Blutgefäße erweitern sich, der Stoffwechsel wird angeregt. Die konstante Wärme wirkt entspannend und schmerzlindernd.

Heilende Luft

Das „Heilklima“ trägt seinen Namen nicht ohne Grund. Es ist naturbelassen und frei von schädlichen Umwelteinflüssen – ein heiles und intaktes Klima. In einem Heilklimatischen Kurort sind Feinstaub und Luftverschmutzung Fremdwörter, Urlauber können dort im wahrsten Sinne des Wortes aufatmen. Die unverfälschte Luft reinigt den Körper, bringt Frische und Energie ins Leben und beschleunigt nachweislich Genesungsprozesse.

Die reine Luft im Heilstollen, die keine Schadstoffe, Schwebestaub, Keime oder Allergene enthält und eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweist, sorgt für die besonderen klimatischen Bedingungen in der Tiefe. Es herrschen das ganze Jahr über niedrige und konstante Temperaturen. Dies bewirkt ein Absinken der bronchialen Überempfindlichkeit und Entzündungen an der Bronchialschleimhaut werden gemindert.

Bei einem Aufenthalt in einem Heil- bzw. Klimastollen sowie beim Baden oder Trinken von Quellwasser können minimale Dosen von Radon in den Körper gelangen. Durch die Aufnahme werden die Selbstheilungskräfte im Körper aktiviert.