Grüne Oasen im Großstadtdschungel

Deutschlands Süden ist grün. Knapp vierzig Prozent der Fläche Baden-Württembergs sind von Wald bedeckt. Doch nicht nur in den sieben Naturparken, in zwei Biosphärengebieten oder im Nationalpark Schwarzwald lassen sich weitgehend unberührte Naturlandschaften erleben. Auch in den Städten des Landes gibt es überraschend wilde Ecken, grüne Lungen und Oasen der Ruhe, wo man den Trubel der Großstadt hinter sich lassen kann.

Höhenwege in der Stadt

Der Heidelberger Philosophenweg entlang des nördlichen Neckarufers zählt zu den wärmsten Orten Deutschlands. Kein Wunder, dass hier Mandel- und Feigenbäume oder exotische Pflanzen wie Zitronen, Granatäpfel und Palmen gedeihen. Der Höhenweg führt zum Philosophengärtchen, von dem man einen einmaligen Blick auf die Altstadt Heidelbergs genießt und sich ein Gefühl von Dolce Vita einstellt.  Der „Ulmer Höhenweg“ führt am Übergang zwischen Schwäbischer Alb und Donautal entlang und bietet reizvolle Kontraste zwischen Stadtraum und umgebener Kulturlandschaft. Wer die noch erhalten Bauwerke des Festungsrings rund um Ulm erkunden möchte, kann das auf dem „Ulmer Festungsweg“.

Erholung unter Tieren

Die grünen Oasen in Pforzheim und Karlsruhe sind das Zuhause von Hirsch, Elefant und Co. Im Wildpark Pforzheim lassen sich 400 Tiere beobachten, streicheln oder füttern – und sogar aus der Luft beobachten. Der Wildklettergarten bietet verschiedene Parcours in elf Meter Höhe. Der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe verbindet wilde Natur mit städtischem Leben. Neben historischen Baumbeständen, weitläufigen Wiesen und malerischen Wasserflächen gibt es verschiedenste Tiere zu entdecken. Im neuen Exotenhaus haben 100 verschieden Arten ein neues Domizil gefunden.

Auszeit im Park

Auf der Stuttgarter Halbhöhe in Hanglage erstrecken sich nicht nur bevorzugte Wohnviertel mit traumhaftem Ausblick. Auch versteckte Kleinode laden zum Verweilen und flanieren ein. Etwa der Weißenburgpark, der einst zu einer Fabrikantenvilla gehörte und heute als öffentlicher Garten mit malerischem Panorama dient. Mitten in der Innenstadt von Heilbronn lässt sich der Trubel unter den hohen Bäumen des „Alten Friedhofs“ vergessen. Wegen seiner alten, teils exotischen Bäume wurde der Friedhof zum Naturdenkmal erklärt. Bestattungen finden hier schon lange keine mehr statt, es lassen sich aber noch Grabmäler aus dem 16. Jahrhundert entdecken. Rund Zwei Drittel der Fläche von Mannheim besteht aus Natur-  und Landschaftsschutzgebieten. Das älteste und bekannteste ist die Reißinsel in einem Rheinbogen südlich der Altstadt. Von dem Unternehmer Carl Reiß im vorigen Jahrhundert initiiert, ist die Halbinsel als bedeutender Auenwald und Brutplatz für seltene Vogelarten bewahrt worden. Bis zu 60 verschiedene Vogelarten lassen sich dort beobachten, darunter so seltene wie der Eisvogel, der Rohrsänger, der Steinkauz oder der Pirol.

Bummeln im Grünen

Seit 360 Jahren ist die Lichtenthaler Allee die grüne Visitenkarte der mondänen Kurstadt Baden-Baden an der Oos. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich ein eleganter Landschaftspark mit zahlreichen exotischen Bäumen und Pflanzen. Mammutbäume und Platanen, Magnolien oder Azaleen schaffen eine andächtige Ruhe, die nur von Wasserspielen und dem Rauschen des Flüsschen Oos unterbrochen wird. Durch Freiburgs Altstadt fließen seit dem Mittelalter die Bächle, die von der Dreisam gespeist werden. Die Dreimsam, die bis vor kurzem noch in einem fort durch die Altstadt floss, wurde zum Schutz vor Hochwasser nun teilweise renaturiert. Mit breitem Flussbett und schöner Uferpromenade bahnt sie sich nun ihren Weg durch Freiburg.