Wo der Nordschwarzwald am weitesten blicken lässt

Wanderung

Von der Hornisgrinde verläuft die Streckenwanderung am sagenumwobenen Mummelsee vorbei, bietet einen Tiefblick auf den Wildsee und führt über die Felsen des Karlsruher Grates und zu den Edelfrauengrab-Wasserfällen.

  • Typ Wanderung
  • Schwierigkeit mittel
  • Dauer 6:30 h
  • Länge 20,7 km
  • Aufstieg 250 m
  • Abstieg 1050 m
  • Niedrigster Punkt 296 m
  • Höchster Punkt 1163 m

Beschreibung

Die Hornisgrinde ist mit 1.164 m ü. NN der höchste Berg des Nordschwarzwaldes. Er liegt am Westweg von Pforzheim nach Basel. 1910 wurde auf Initiative des Badischen Schwarzwaldvereins der 23 m hohe Hornisgrindeturm erbaut. Er bietet eine weite Aussicht ins Rheintal, die Vogesen, den Pfälzer Wald, zur Schwäbischen Alb, den Südschwarzwald und bei entsprechender Witterung bis in die Alpen. Ein weiterer Aussichtsturm ist der um 1840 errichtete Signalturm, der auch als Bismarckturm bezeichnet wird. Die Hornisgrinde gehört aber auch zu den niederschlagsreichsten Orten in Deutschland. Somit ist die Anzahl der Tage mit guter Fernsicht eingeschränkt.

Der Dreifürstenstein (1.151 m ü. NN), eine Buntsandsteinplatte aus dem Jahr 1722, markierte die Grenze zwischen der Markgrafschaft Baden, dem Herzogtum Württemberg und dem Fürstbistum Straßburg. Er ist der höchste Punkt Württembergs.

Südlich der Hornisgrinde liegt der Mummelsee (1.036 m ü. NN.) an der Schwarzwaldhochstraße. Der 3,7 ha große und 17 m tiefe Karsee ist ein beliebter touristischer Anziehungspunkt.

Östlich davon liegt die Passhöhe Seibelseckle (958 m ü. NN) zwischen dem Murgtal und dem Achertal.

Eine weitere Passhöhe schließt sich südlich an: der Ruhestein (915 m ü. NN). Hier befindet sich die Große Ruhesteinschanze sowie das Naturschutz-Informationszentrum des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord.

Westlich des Ruhesteins führt der einzige Klettersteig des Nordschwarzwalds über den Karlsruher Grat.

Über den romantischen Gottschlägbach führt die Tour zu einem weiteren Höhepunkt: der Edelfrauengrab-Wasserfall bei Ottenhöfen.

Ausgangspunkt der Wanderung auf der Hornisgrinde ist die Bushaltestelle „Hornisgrindeturm“ in 1158 m Höhe. Nach der Besichtigung des Aussichtsturmes beginnen wir den Gipfelrundweg und folgen dazu der gelben Raute in Richtung „Dreifürstenstein (0,6 km)“.

Unterhalb des Turmes geben Schautafeln Informationen zum Naturschutzgebiet „Hornisgrinde – Biberkessel“ und dem Naturlehrpfad Grindenpfad. Auf ihm erfahren wir unterwegs auf spielerische Art vieles über Grinde und Moore sowie Klima, Geologie, Flora und Fauna.

An der ehemaligen „Segelflughalle“ und einem immer noch militärisch genutzten Funkturm vorbei, kommen wir zum „Dreifürstenstein“. Links geht es auf dem Bohlenweg (Ruthard-Hambrecht-Weg) weiter durch das Hochmoor. Schließlich treffen wir beim „Bismarckturm“ auf die rote Raute des Westweges. Der Rundweg führt nach 0,6 km zurück zum Hornisgrindeturm“.

Beim Hornisgrindeturm“ verlassen wir die Hochfläche und biegen mit der roten Raute zur Bergwachthütte ab. Das nächste Ziel ist der Mummelsee in 1,5 km Entfernung. Nach dem Wegweiser „Katzenkopf“ führt 50 m weiter ein nicht markierter Pfad geradeaus zum Gipfel des 1123 m hohen Berges mit weiter Aussicht ins Renchtal. Dem Westweg folgen wir rechts abwärts, umrunden dabei den Katzenkopf und erreichen nach dem „Markwaldweg“ das „Berghotel Mummelsee (1031 m)“. Ab hier ist der Westweg identisch mit dem „Achertäler Heimatpfad". „Bei der Mummelseekapelle“ durchschreiten wir das Wanderportal „Mummelseetor Seebach“ und wandern auf einem zur B500 parallelen Weg in den „Mummelseewald“, zum „Ecklesbrunnen“ und zur Rasthütte am „Seibelseckle (956 m)“. Gegenüber ist der Skihang am Schwarzkopf. Immer in der Nähe der Schwarzwaldhochstraße, umrunden wir Schwarzkopf und Altsteigerskopf.   Zur Erinnerung an den Orkan Lothar wurde hier ein Gedenkstein errichtet, von dem aus wir wiederum die Aussicht ins Renchtal genießen können. Nach dem „Skilift Darmstädter Hütte“ geht es links ab zum bewirtschafteten Wanderheim „Darmstädter Hütte“. Am „Bannwald“ biegen wir rechts ab zum „Wildseewegle“. Der schwierige Abstecher hinunter zum Wildsee ist jedoch nur Trittsicheren zu empfehlen. Kurz darauf erreichen wir das Eutinggrab mit dem Wildseeblick (1037 m) oberhalb des Wildsees. Danach umgehen wir den „Seekopf“ an seiner Südseite und blicken bald auf den „Skilift Ruhestein“. Unten liegt das Naturschutzzentrum Ruhestein.

Am „Ruhestein Parkplatz (913 m)“ verlassen wir den Westweg und folgen dem Wegweiser „Bosenstein 3,0 km“ bzw. „Karlsruher Grat 4,0 km“ aufwärts. Nach einem kurzen Anstieg müssen wir die vielbefahrene Schwarzwald-Hochstraße überqueren. Äußerste Vorsicht ist angebracht! Der Achertäler Heimatpfad und die gelbe Raute folgen dem Vogelskopfweg bis zu einer Weggabelung unterhalb des Vogelskopfes in 984 m Höhe. Hier beginnt der 8 km lange Abstieg mit nahezu 700 Hm. Wir bleiben auf dem Achertäler Heimatpfad bis zur „Schönen Aussicht" mit dem Blick ins Achertal. Dann folgen wir rechts abwärts der gelben Raute zur „Heidelbeermauer“ und zum Bosensteiner Eck. Bei der Bushaltestelle müssen wir die Kreisstraße 5370 (Allerheiligen – Ruhestein) überqueren. Ab dem „Bosensteiner Eck“ folgen wir der blauen Raute abwärts in Richtung „Karlsruher Grat“. Nach ca. 100 m können wir uns erstmals entscheiden, ob wir eine Kletterpartie über die Felsen des Karlsruher Grates unternehmen wollen.

Ein erstes Holzschild weist auf den Zugangsweg nach links zum alpinen Klettersteig. Der nicht markierte Karlsruher Grat ist nur trittsicheren, schwindelfreien Wanderern zu empfehlen. Er verläuft parallel zum markierten Wanderweg.

Alternativ umlaufen wir den Grat im Norden und folgen der blauen Raute bis zum Wegweiser „Dreierschrofen“, wo wir den regionalen Wanderweg verlassen und nun links der gelben Raute ins Gottschlägtal folgen. Nach ca. 200 m stoßen der alpine und der Wanderweg wieder aufeinander.

Im Tal angekommen, findet der durstige Wanderer links einen Getränkestand mit gekühlten Getränken und der Kasse des Vertrauens. Nach der Trinkpause folgen wir der gelben Raute und dem wilden Gottschlägbach rechts abwärts über den Standort „Gottschlägtal“ und die „Romantische Brücke“ zum Edelfrauengrab-Wasserfall.

Am Wegweiser „Schloßhof“ oberhalb der Ruine Bosenstein orientieren wir uns in Richtung „Hildahain“. Von der „Katholischen Kirche“ aus sind es nur noch 100 m zum Kurgarten von Ottenhöfen. Gleich links davon liegt der „Bahnhof (303 m)“ der SWEG.

(Tour des Deutschen Wandertages 2010, Schwarzwaldverein Ortsgruppe Ottenhöfen)

Feste Wanderschuhe mit gutem Profil, evtl. Teleskopstöcke; ausreichende Verpflegung und Getränke für unterwegs

Bei guter Fernsicht starten wir die Tour mit dem Aufstieg zum Hornisgrindeturm. Er bietet eine großartige Aussicht auf die Schwarzwaldberge bis zu den Alpen.

Der Karlsruher Grat ist nur trittsicheren und schwindelfreien Wandereren zu empfehlen. Er kann auch ohne Kletterausrüstung und Sturzhelm begangen werden. Für den alpinen Pfad sind feste Schuhe erforderlich. Bei Nässe sollte der parallel dazu verlaufende und markierte Wanderweg genutzt werden.

Ab Bahnhof Ottenhöfen mit dem Freizeitbus zum Start auf die Hornisgrinde (s. Öffentliche Verkehrsmittel).
Parkplatz beim Bahnhof Ottenhöfen (UTM 32U 437345 5379661)
Achertalbahn bis Ottenhöfen.

Ab Bahnhof Ottenhöfen mit dem Freizeitbus 7123 zum Hornisgrinde Turm, Seebach (Baden)

Achtung: Bus fährt nur Samstag und Sonntag zum Hornisgrindeturm. Am Di+Do fährt der Bus bis zum Mummelsee. Vom 2.11. bis 30.04. kein Busverkehr!

(TGO-Tarifverbund Ortenau www.ortenaulinie.de)

Rückfahrt mit der Achertalbahn ab Ottenhöfen.
(Deutsche Bahn AG: www.reiseauskunft.bahn.de)

Wanderkarte des Schwarzwaldvereins 1:35 000 (grüne Serie): Renchtal Ortenau, ISBN 978-3-89021-736-9. Herausgeber: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg