Pilgerweg

Martinusweg der Diözese Rottenburg-Stuttgart Teilabschnitt 06a Ehingen/Zwiefalten

Martinusweg (Pilgerweg) Teilabschnitt 06a Ehingen/Zwiefalten

Streckenverlauf:

Ehingen- Altsteußlingen - Kirchen- Mochental - Lauterach  - Obermarchtal - Rechtenstein - Emeringen - Baach--Zwiefalten

  • Typ Pilgerweg
  • Schwierigkeit mittel
  • Dauer 11,00 h
  • Länge 31,8 km
  • Aufstieg 687 m
  • Abstieg 690 m
  • Niedrigster Punkt 507 m
  • Höchster Punkt 716 m

Beschreibung

Der Martinusweg in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

2005 hat der Europarat den Martinusweg („Via Sancti Martini“), der die Geburtsstadt des Hl. Martin, Szombathely in Ungarn, mit seiner Grablege in Tours in Frankreich verbindet, in die Liste der Kulturwege aufgenommen. Martinuswege gibt es mittlerweile in Frankreich, Italien, Slowakei und Tschechien. Bischof Dr. Gebhard Fürst hat diese Idee aufgegriffen und den Martinusweg auch in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die unter dem Patrozinium des Hl. Martin steht, ausgewiesen. Wir verstehen und gestalten den Martinusweg in unserer Diözese als Pilgerweg, auf dem die Pilgerinnen und Pilger eingeladen sind, sich mit dem Hl. Martin auf einen geistlichen Weg zu begeben und sich mit seinem Glaubenszeugnis, seinem Leben und seinem Wirken auseinanderzusetzen. Pilgern auf dem Martinusweg kann so zur Spurensuche werden: nach Spuren des Hl. Martin in unserer Diözese, aber mehr noch nach Spuren Gottes in unserem Leben.

Der Martinusweg durch unsere Diözese verbindet an einer gedachten Achse entlang die beiden „Martinsorte“ Szombathely und Tours. Aus dieser Achse heraus ergibt sich ein Hauptweg von Tannheim bei Biberach nach Schwaigern bei Heilbronn, der verschiedene Kirchen mit einem Martinspatrozinium miteinander verbindet. Der Wegverlauf geht über Biberach, Ulm, Hechingen, Böblingen, Stuttgart und Heilbronn. Um auch andere Martinskirchen in der Diözese mit dem Martinusweg und seinem geistlichen Anliegen eines Pilgerwegs in Verbindung zu bringen, gibt es weitere Regionalwege des Martinuswegs, die auf diesen Hauptweg zuführen (vom Bodensee über das Allgäu nach Biberach; von Mergentheim nach Heilbronn; von Sigmaringen nach Hechingen und von Zwiefalten über Reutlingen nach Rottenburg). Wesentliche Kriterien für die Streckenführung dieses Pilgerwegs sind also, innerhalb der Diözese ein Wegstück auf dem europäischen Martinusweg zu ermöglichen und dabei unsere Martinskirchen und kirchlichen Einrichtungen, die im Geiste des Hl. Martin tätig sind, mit dieser Pilgeridee zu verknüpfen.

Um Belastungen der Natur zu vermeiden, haben wir bei der konkreten Wegführung nach Möglichkeit auf bereits vorhandene und eingeführte Wege zurückgegriffen (z.B. Jakobuswege und Wege des Schwäbischen Albvereins). Damit der Martinusweg aber als eigenständiger Pilgerweg erkennbar wird, ist der Wegverlauf mit einem eigenen Wegzeichen ausgeschildert, einem schmalen gelben Kreuz auf dunkelrotem Grund.

Diözese Rottenburg-Stuttgart - Datum: 24.06.2012

Vom Bahnhof Ehingen gehen wir zunächst entlang dem Busbahnhof und queren die Bahnlinie, dann links in die „Altsteußlinger Str.“ und nach Querung der B 311 wiederum links in die Straße „Am Ramminger“. Am Ende halblinks hinab und das Schulzentrum links liegen lassend aufwärts. Wir folgen der „Albstraße“ durch das Wohngebiet und gehen erst beim Schild „Naturschutzgebiet“ links und auf gekiesten Pfad über die rechte Böschung einer Steinbruchmulde, dann auf Grasweg ansteigend. Das Wegkreuz passieren und auf Kiespfad zum Waldrand; dort 20 m nach links und dann nach rechts auf asphaltierten Fußpfad bergan. Nach dem Wäldchen folgen wir dem in nordwestlicher Richtung ansteigenden gekiesten Fahrweg. Auf der Höhe geht‘s zum „Käppele“ und geradewegs nach Altsteußlingen.

Wir nehmen die „Sankt-Anno-Straße“. Durch Kirchen folgen wir dem Albvereinsweg. Beim Schloss Mochental folgen wir der Asphaltstraße, in der langgezogenen Kurve nehmen wir den ersten gekiesten Fahrweg nach rechts und gleich den nächsten nach links, der uns auf die Höhe führt. Beim Spiel- und Wanderparkplatz die Straße kreuzen und den Weg außen am Waldrand entlang wählen. Wenn der Pfad auf ein Asphaltsträßchen stößt, gehen wir links nach Lauterach.

In der Ortsmitte folgen wir flussabwärts dem Lautertal bis zum Bahndamm. Nach der Bahnunterführung gehen wir rechts nach Obermarchtal.

Zum Bahnübergang zurückgekehrt folgen wir dem Pfad linkerhand bis nach Rechtenstein. Nach dem Wasserkraftwerk gehen wir links und am Rathaus vorbei den „Braunselweg“ donauaufwärts zwischen Fluss und Felsen, durch Wald und übers Feld nach Emeringen. An der Kirche nehmen wir den Asphaltrweg aufwärts bis zum Waldrand; dort links um den ganzen Bergrücken herum bis zur Peterskapelle oberhalb von Baach.

St. Martin-Kirche Altsteußlingen ist mehr wegen ihrer Geschichte als wegen des Baustils oder Ausstattung sehenswet.

Dekanat: Ehingen-Ulm


Altsteußlingen wird erstmals 776 in einer Urkunde aus dem Kloster St. Gallen mit dem Name „Stiozaringas“ genannt und war der Sitz der „Edelfreien von Steußlingen“. Zu den bedeutendsten Mitgliedern dieser Familie zählen die Erzbischöfe Anno von Köln (…1075) und Wezel von Magdeburg (…1078). Die Pfarrkirche St. Martin wird schon 776 erstmals erwähnt und seit 1152 nachweislich als Pfarrkirche. Die Pfarrer und andere Geistliche namentlich bekannt. Hermann von Steußlingen, Konrad von Steußlingen 1340 und Georg Freyberg 1461. Der heilige Anno von Steußlingen bzw. von Köln wurde 1010/15 geboren. Er schlug die geistliche Laufbahn am Bamberger Dom ein und wurde Domscholstiker. Der Kaiser bestimmte ihn 1056 zum Erzbischof von Köln. Damit wurde er zum Erzkanzler für Italien. Er gründete das Benediktinerkloster Siegburg. Der hl. Anno starb 1075 im Kloster Siegburg. Seine Gebeine ruhen in der Benediktinerabtei St. Michael in Siegburg.1183 wurde er heilig gesprochen. Zum 900 Todestag des heiligen Anno von Köln brachte der Kölner Kardinal Höffner eine Kreuzblume vom Kölner Dom als Geschenk mit nach Altsteußlingen. Sie ziert heute das Kircheninnere. Der Chor der Kirche stammt noch von der Vorgängerkirche, während die anderen Bauteile aus den Jahren 1756/59 stammen. Der Turm wurde 1970 nach altem Vorbild erneuert. Seit 1973 ist Altsteußlingen und Briel ein Stadtteil von Ehingen. Die Pfarrkirche St. Martin wurde 1997/98 renoviert und erhielt einen neuen Hochaltar und einen Ambo. Die aus zwei Manualen bestehende Kirchenorgel wurde von der Fa. Rensch aus Laufen am Neckar gebaut und am 4. November 2001 eingeweiht. Sie besteht aus 770 Pfeifen, davon 46 aus Holz. Für die Pfarrkirche St. Martin ersteigerte 1829 Pfarrer Wiehn von der Wengenkirche in Ulm die beiden Seitenaltäre. Diese wurden im Zuge der Kirchenrenovation im Jahre 1948 wieder entfernt und an das Kloster Sießen verkauft. In der Pfarrkirche blieben die beiden Altarblätter die Immaculata und der hl. Josef - Gemälde von Josef Wannenmacher (1722-1780).

Als weitere Besonderheit der Altsteußlinger Kirche gilt der Altar "versus populum" zur Feier der heiligen Messe dem Volk zugewandt (Volksaltar). Bereits im Jahre 1950 - also lange vor dem II. Vatikanischen Konzil 1962 - erhielt der damalige, durch KZ-Haft schwer körperbehinderte Pfarrer Gottfried Keller die bischöfliche Sondergenehmigung für diese Form der Messfeier. Der Altsteußlinger Volksaltar war in der damaligen Zeit der erste seiner Art in der Diözese Rottenburg und galt als liturgische Sensation. 

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