Durch die Ravensburger Tobellandschaft: Schmalegger und Hölltobel

Wanderung

Unmittelbar vor den Toren von Ravensburg erkunden wir den romantischen Schmalegger Tobel und den Hölltobel. Sie gehören zu den schönsten Schluchten der oberschwäbischen Hügellandschaft.

  • Typ Wanderung
  • Schwierigkeit mittel
  • Dauer 4:30 h
  • Länge 17,1 km
  • Aufstieg 200 m
  • Abstieg 320 m
  • Niedrigster Punkt 428 m
  • Höchster Punkt 592 m

Beschreibung

Das Naturschutzgebiet „Schmalegger und Rinkenburger Tobel“ liegt am Rand des Ravensburger Ortsteils Schmalegg. Das Kernstück des 229 ha großen Naturschutzgebietes bildet der Bannwald Schmalegger Tobel, ein Totalreservat ohne forstliche Nutzung. Ausdrücklich wird daher auch auf Bruchholz hingewiesen. Als Freilandlaboratorium soll er dazu beitragen, die vom Menschen ungestörte Entwicklung des Waldes zu untersuchen. So wird damit gerechnet, dass die Fichte als derzeit häufigste Baumart im Schmalegger Tobel in den nächsten Jahrzehnten durch standorttypische Baumarten wie Esche, Buche oder Tanne verdrängt wird. Die über 200 Jahre alte Königstanne weist eine Höhe von 34 m und einen Durchmesser von fast 1,5 m auf.

Im Naturschutzgebiet finden wir seltene Pflanzen wie den Türkenbund, gelben Frauenschuh oder das Purpur-Knabenkraut. Mit etwas Glück können wir Eisvogel oder Wasseramsel beobachten. Eher hören werden wir den Schwarzspecht.

In vorgeschichtlicher Zeit stand nördlich von Schmalegg die Ringgenburg. Sie war mit ihren drei mächtigen Schutzwällen die größte Fliehburg Oberschwabens.

Unmittelbar vor der Ravensburger Weststadt liegt der noch ursprüngliche Hölltobel, durch den sich der Schwalbenbach in die Obere Süßwassermolasse einschneidet.

Von der Bushaltestelle „Schmalegg Ortsmitte“ folgen wir dem örtlichen Wegweiser zum Wanderparkplatz Jägerhaus mit einer Infotafel. Hier biegen wir mit der gelben Raute Richtung „Krähenhof“ nach links zum Sportplatz ab und gehen an der Waldecke rechts weiter Richtung „Horgenzell“. Über einen Steg queren wir den Steigtobel. Vor Wippenreute halten wir uns rechts am Waldrand Richtung „Wasserfall“. Nach einem weiten Linksbogen führt ein steiler Hohlweg vor der Waldecke scharf rechts in den Wald hinein. Zum Teil ist dieser Abstieg mit Treppen versehen. Im Tal angekommen, überqueren wir den Buttenmühlebach und bleiben auf dem Fahrweg rechts am Bach entlang. Nach 600 m führt rechts ein Pfad zu dem mit Geländern gesicherten Wasserfall hinunter. Informationstafeln erläutern Flora, Fauna und Geologie des Naturschutzgebietes Schmalegg-Rinkenburger Tobel. Zur Schmalegger Tobellandschaft gehören zudem der Gehrntobel, der Rötenbachtobel, der Glastobel und der Steigtobel. Sie alle sind nach der Würmeiszeit durch Gletscherbewegungen entstanden. Die daraus resultierende „rückschreitende Erosion" dauert bis heute an. Wir können sie am 5 m hohen Wasserfall des Buttenmühlebaches nachvollziehen, der sich innerhalb der letzten 50 Jahre um 10 m bachaufwärts verlagert hat.

Nach 100 Metern nehmen wir den steilen Weg zum Hof Schmucker nach links hinauf bis zur Infotafel über den Bannwald. Wer die Überreste der Ringgenburg besichtigen will, kann hier einer Abstecher unternehmen. Bis zum Äußeren Erdwall müssen 600 Meter zurückgelegt werden, weitere 200 Meter zum Mittleren und nochmals 600 Meter zum Inneren im „Königreich Schmuckerhof“.

Weiter aufwärts erreichen wir das Naturdenkmal Königstanne. Seit dem Orkan Lothar fehlt ihr ein 10 m langes Gipfelstück.

An der nächsten Weggabelung folgen wir dem Wegweiser in Richtung „Adelmühle“, biegen dann aber rechts ab ins „Waldschutzgebiet Glastobel“ und folgen dem nächsten Wegweiser in Richtung „ehemalige Burg Schmalegg“. Hier beginnt das Naturschutzgebiet „Rinkenburger Tobel“. Begleitet vom Feuertobelbach durchwandern wir den Glastobel. In dieser „Naturwerkstatt“ der Tobelbäche mit ihrem starken Gefälle sind natürliche Hangrutschungen nichts Ungewöhnliches und als Ziel des Naturschutzgebietes sogar gewollt. Bei der Infotafel führt ein Steg über den Tobelbach hinauf zur Ringgenburg.

Wir folgen dem Bach auf seiner linken Seite weiter und überqueren ihn über einen Steg neben einer breiten Furt. Im Wiesengrund angelangt, überqueren wir auf einem Holzsteg den Buttenmühlebach des Schmalegger Tobels und steigen zu den Häusern von Schwarzensteg hinauf. Nach dem Hof führt der Weg zum Wald hoch. Vor dem ersten Gebäude von Schmalegg blicken wir nach links hoch zum Kreuz auf dem Schloßbüchl, auf dem einst die Burg Schmalegg stand. Durch das Portal führt ein Rundweg um das Naturschutzgebiet.

Der Schloßhaldenstraße folgen wir nach Schmalegg hinein. Nach etwa 200 Metern weist ein Schild nach rechts zur „ehemaligen Rinkenburg“. Wer hier einen Abstecher in den Schmalegger Tobel hinab machen will benötigt gutes Schuhwerk und etwas Trittsicherheit. Ein schmaler und stellenweise rutschiger Pfad führt steil hinunter zum Steg über den Buttenmühlebach und wieder hoch zum Schmuckerhof.

Wir folgen dem Holzwegweiser „Engelelochweg nach Wolfsberg“ (auf eigene Gefahr!) nach links durch den Engelelochtobel zur Wolfsbergstraße und an dieser nach rechts entlang zum Ortsrand von Schmalegg.

Mit der gelben Raute biegen wir nach Ravensburg (7,5 km) ab; durch einen Hof hindurch bleiben wir auf dem geschotterten Weg am Rand der Neubausiedlung, kommen zum Greckenhof und durch das Gelände des Golfplatzes Okatreute. Wo der Albvereinswegweiser nach rechts weist, nehmen wir den Schotterweg nach links bis zum Ende des Golfplatzes und gehen dort halbrechts weiter zu einer Straße am Untermeckenhof und links am Hof vorbei zum Obermeckenhof mit dem Gestüt Linienhof. Auf der Höhe von Vorderweißenried genießen wir zwischen Plantagen die Aussicht zum Ravensburger Mehlsack. Am Weißenriedwald angekommen, gehen wir nach rechts in hinein, immer am Waldrand entlang und ca. 100 Meter nach der Waldecke beim Hochsitz links in den Hölltobel hinab. Am Schwalbenbach entlang durchwandern wir auf seiner linken Seite den Tobel bis zum Ausgang bei der „Höll“ und folgen dem Bach weiter bis zur Einmündung des Weges nach Schmalzgrub. Hier gehen wir rechts und vor der Kreisstraße wieder links. Wir unterqueren diese und folgen ihr rechts weiter bis zur Schussenbrücke. Nachdem wir die Bahngleise überquert haben geht es nach links zum Bahnhof von Ravensburg.

Feste Wanderschuhe mit gutem Profil, evtl. Teleskopstöcke; ausreichende Verpflegung und Getränke für unterwegs

Bei der Ortsverwaltung Schmalegg ist eine lokale Wanderkarte für Touren im Naturschutzgebiet „Schmalegger und Rinkenburger Tobel“ erhältlich

Die Wege in den Tobeln sind teilweise rutschig: etwas Trittsicherheit ist erforderlich

Auf der B32 nach Ravensburg bis zum Hauptbahnhof

Parkhaus am Bahnhof in Ravensburg

Hinfahrt zum Bahnhof Ravensburg; vom Bahnhofsplatz weiter mit Bus 7538 bzw. 7539 zur Haltestelle Schmalegg Ortsmitte (alternativ: Horgenzell Post).

Rückfahrt ab Bahnhof Ravensburg

Fahrplanauskunft:

Nahverkehr Baden-Württemberg: www.efa-bw.de

Deutsche Bahn AG: www.reiseauskunft.bahn.de

  • Eine lokale Wanderkarte ist bei der Ortsverwaltung Schmalegg erhältlich
  • Wanderkarte des Schwäbischen Albvereins: W262 Ravensburg, Maßstab 1:25 000, ISBN 978-3-86398-488-5, Ausgabe 2019. Herausgeber Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg.