Auf dem Neckarweg von Rottenburg nach Tübingen

Wanderung

Von Rottenburg im lieblichen Neckartal wandern wir hinauf zur viel besungenen Wurmlinger Kapelle. Danach erkunden wir die botanischen Raritäten des Spitzbergs bevor wir in der Universitätsstadt Tübingen ankommen.

  • Typ Wanderung
  • Schwierigkeit mittel
  • Dauer 4:00 h
  • Länge 15,4 km
  • Aufstieg 320 m
  • Abstieg 350 m
  • Niedrigster Punkt 317 m
  • Höchster Punkt 473 m

Beschreibung

Ein kurzer historischer Stadtrundgang führt durch die Altstadt und zum Marktplatz von Rottenburg mit dem Rathaus und Dom St. Martin. Seit 1821 ist Rottenburg Bischofssitz und Zentrum der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Spuren der keltischen und später römischen Siedlung Sumelocenna findet man beim Gang durch den ehemaligen Stadtgraben. Ebenfalls auf die römische Siedlung geht der frühere Ort Sülchen am Rand von Rottenburg zurück. Die Sülchenkirche von 1513 ist die Urkirche Rottenburgs.

Der Wurmlinger Kapellenberg ist ein Zeugenberg der Südwestdeutschen Schichtstufenlandschaft. Auf seinem Gipfel thront die weithin sichtbare Sankt-Remigius-Kapelle, auch „Wurmlinger Kapelle“ genannt. Sie ist das Wahrzeichen der Region und war früher bedeutendes Ziel von Wallfahrern. Ludwig Uhland machte sie durch sein Gedicht „Die Kapelle“ bekannt. Eindrucksvoll ist auch die Aussicht vom Kapellenberg auf Schönbuch, Rammert, Schwäbische Alb und Schwarzwald.

Der 16 m hohe Bismarckturm auf dem Schlossberg ist ein Wahrzeichen Tübingens. Er wurde 1907 zu Ehren des Reichskanzlers eingeweiht.

Das Schloss Hohentübingen beherbergt heute eines der weltweit bedeutendsten archäologischen Universitätsmuseen. Aber nicht nur in kultureller und geistiger Hinsicht ist Tübingen herausragend. Es bildet auch den geographischen Mittelpunkt des Landes Baden-Württemberg. Dieser liegt ca. 2 km entfernt im Elysium - zwischen botanischem Garten und Sternwarte.

Vom Bahnhof im Rottenburger Stadtteil Ehingen gehen wir nach links zum „Kirchberger’schen Haus“, am Pulverturm und Kapuzinertor vorbei. Nach der kurzen Altstadttour überqueren wir schließlich den Neckar und betreten das alte Rottenburg. Die Königstraße bringt uns direkt zum Marktplatz und geradeaus weiter zum Eugen-Bolz-Platz. Vor diesem lohnt sich ein kleiner Abstecher nach rechts zum Sumelocenna-Museum und in den ehemaligen Stadtgraben mit Resten der Stadtmauer. Vor dem Sumelocenna-Museum sind nachgebildete Säulen und Gedenktafeln aufgestellt, darunter eine Jupitergigantensäule.

Geradeaus verlassen wir Rottenburg auf der Jahnstraße in Richtung Wurmlingen und folgen dabei der Markierung mit dem roten Balken des HW3, dem Main-Neckar-Rhein-Weg.

TIPP: Wer sich den asphaltierten Weg nach Wurmlingen nicht antun will, nimmt den stündlich vom Eugen-Bolz-Platz verkehrenden Linienbus 18 bis zur Haltestelle Wurmlingen Rössle.

Aus der Ferne erblicken wir bereits das nächste Zwischenziel, die Wurmlinger Kapelle. Von Wurmlingen aus führt der "Kapellenweg" oberhalb der Weinberge zu ihr hinauf.

Dann steigen wir hinab in den Sattel zwischen Kapellen- und Spitzberg, wo der HW3 nach Osten weist. Wir gehen jedoch rechts ca. 100 m weiter hinab, um wieder links an der Informationstafel über das Naturschutzgebiet "Hirschauer Berg" weiter zu wandern. Auf dem landschaftlich reizvollen Höhenweg durch die ehemaligen Weinberge genießen wir den Rückblick auf die Wurmlinger Kapelle und die Aussicht über das Neckartal bis zur Schwäbischen Alb. Vom Oberen führt dann der Untere Holzackerweg links rückwärts in den Wald hinein und trifft am östlichen Ende des Spitzbergs wieder auf den HW3.

Die steil abfallenden Hänge des Spitzbergs wurden von den Tübinger Weingärtnern, den so genannten Gôgen, lange für den Weinanbau genutzt. Um den Verfall der dafür errichteten Trockenmauern zu verhindern, wird das artenreiche Naturschutzgebiet "Hirschauer Berg" u.a. vom Schwäbischen Heimatbund betreut.

Auf dem Lichtenberger Weg kommen wir zum Bismarckturm auf der linken Seite. Nach seiner Besteigung setzen wir die Wanderung fort und biegen dann rechts in die Schlossbergstrasse ein. Links sehen wir den sogenannten Goetheturm, ein Gartenhäuschen, das der große Dichter 1797 mit seinem Verleger Cotta besuchte. Weiter geht es zum Schloss Hohentübingen. Davor zweigt der Neckarweg nach Süden ab: über die Neckarhalde hinunter zum Neckar.

Wir wollen das historische Tübingen noch etwas erkunden. Von Westen her betreten wir das Schloss über die Haeringstaffel und durch das „Schänzle“ hindurch - zwei unterirdische Gänge. Durch das prachtvolle Ostportal verlassen wir das Schloss, um noch weitere Sehenswürdigkeiten der alten Universitätsstadt zu besichtigen: vom Marktplatz über die Stiftskirche zur Alten Aula und dem Hölderlinturm. Nach dem Paradeblick auf die Häuserfront am Neckarufer erreichen wir schließlich über die Platanenallee auf der Neckarinsel den Tübinger Bahnhof, von wo aus wir mit dem Zug nach Rottenburg zurück fahren.

Feste Wanderschuhe mit gutem Profil - der Weg verläuft überwiegend auf Asphalt (kann durch Busbenutzung um 3,6 km reduziert werden)! Evtl. Teleskopstöcke; ausreichende Verpflegung und Getränke für unterwegs

Genügend Zeit einplanen für die Besichtigung von Rottenburg und Tübingen. Mit dem Bus von Rottenburg nach Wurmlingen 3,6 km Asphalt sparen.

Die Route verläuft auf unkritischen Wegen.

Anfahrt über A81 bis Bahnhofstraße, 72108 Rottenburg
Parkhaus Anker EKZ, Bahnhofstraße, 72108 Rottenburg

Die Parkhäuser Museum, Schütte und Rathaus der Stadtwerke Rottenburg sind am Samstag und Sonntag kostenfrei.

Start am Bahnhof in Rottenburg; Rückfahrt mit der Bahn von Tübingen nach Rottenburg.

Wanderkarte 1 : 35 000 des Schwäbischen Albvereins: Tübingen - Rottenburg (Blatt 18)