Grenzenloser Genuss im Weinsüden

Weintourismus-Preise 2015 verliehen / Tourismus- und Weinbauminister Alexander Bonde: „Grenzenlose Vielfalt macht die Weinbauregionen in Baden-Württemberg einzigartig“

Weinflaschen
Weinflaschen - © Teymur Madjderey

MEERSBURG – Die Weinregionen in Baden-Württemberg stecken voller Geschichte und Geschichten, kurioser Besonderheiten und Anekdoten. Vor allem in den Grenzregionen, dort wo Württemberg und Baden aufeinander treffen, liefern die Grenzverläufe Anlass für so manches Kuriosum, zeigen Winzer vor Ort, wie sich die vermeintlichen Gegensätze zwischen beiden Regionen genussvoll vereinen lassen. Anlässlich der Verleihung der diesjährigen Weintourismus-Preise Baden-Württemberg kamen am Mittwoch im Neuen Schloss Meersburg Akteure aus den Weinbaugebieten rund um den Bodensee zusammen, um auf die grenzenlose Vielfalt der Angebote im Weinsüden aufmerksam zu machen. In diesem Jahr gingen die Auszeichnungen, die von der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMBW) gemeinsam mit dem Badischen Weinbauverband und dem Weinbauverband Württemberg vergeben werden, an das Müllheimer „Weinlesebuch“ und an die Vinothek „Weinkorb“ im Remstal.

„Wer bei uns durch den Süden reist, trifft nicht nur in vielen Regionen auf einzigartige, vom Weinbau geprägte Landschaften. Egal ob in Baden oder in Württemberg, der Weingenuss lebt hier besonders von der Vielfalt der Anbaugebiete und der grenzübergreifenden Zusammenarbeit“, sagte Tourismus- und Weinbauminister Alexander Bonde. Für diesen grenzenlosen Weingenuss stehe vor allem der Bodensee: „Hier lassen sich auf engstem Raum nicht nur Spitzenweine aus Baden und Württemberg genießen. Der Weinbau am See lebt auch von der Nähe zu den Winzern und Anbaugebieten in Bayern und Österreich, in der Schweiz und in Liechtenstein.“ Es seien vor allem die vielerlei kulturellen Beziehungen und Einflüsse, die den Weingenuss im Süden zu einem grenzenlosen Erlebnis machen. Um den Weintourismus in Baden-Württemberg weiter auszubauen, werde auf Landesebene künftig vor allem die Verbindung von Wein und Kultur intensiviert. „In kaum einer anderen Region gehen Weinbau und kulturelle Angebote eine so enge Verbindung ein, arbeiten Winzer und Kulturschaffende so eng zusammen wie in Baden-Württemberg. Die Verknüpfung von Wein und Kultur bietet dabei vor allem in unseren ländlichen Räumen zahlreiche Chancen, den Weintourismus zu fördern und den Weinsüden als Erlebnismarke noch deutlicher zu positionieren“, so der Minister weiter.

Auf die verbindende Funktion der Weinbaugrenzen am Bodensee verwiesen in Meersburg auch die Vertreter der Weinbauverbände. Kilian Schneider, Präsident des Badischen Weinbauverbands, unterstrich dies mit der schon legendären Geschichte des Müller-Thurgau, der erst nach einer nächtlichen Schmuggelfahrt über den Bodensee zur Erfolgsgeschichte werden sollte: „Von Hermann Müller aus dem Schweizer Kanton Thurgau gezüchtet, führte die Rebsorte lange Zeit ein Schattendasein. In den 1920er Jahren holten badische Winzer die Reben auf abenteuerlichen Wegen über den See, um damit den Weinbau am deutschen Ufer voranzubringen. Der Plan ging auf: Heute ist der Müller-Thurgau die wichtigste Rebsorte am Bodensee, und den Schweizer Kanton machte er weltberühmt.“

Auch Werner Hupbauer vom Weinbauverband Württemberg betonte die besondere Rolle der Bodenseeregion für den Weinbau in Baden-Württemberg: „Weingeographisch gehört das nördliche Seeufer zwar größtenteils zu Baden. Aber auch das Anbaugebiet Württemberg ist vertreten – nicht zuletzt führt die 511 Kilometer lange Württemberger Weinstraße durch Kressbronn. Zum Anbaugebiet Württemberg gehören übrigens sogar Ortschaften, die im Bundesland Bayern liegen: Nonnenhorn, Hattnau, Wasserburg und Lindau zählen damit zum Württemberger Bereich ‚Bayerischer Bodensee‘. Württemberg versteht sich insofern stolz als verbindende vinologische Brücke.“

Ganz praktisch verdeutlichten anschließend die beiden Weinköniginnen, dass die Zusammenarbeit zwischen Baden und Württemberg nicht nur symbolischer Natur ist. Sie verköstigten Bodenseeweine aus dem jeweils anderen Weinbaugebiet und stellten dabei grenzübergreifende Weinkenntnisse unter Beweis. Auch unter den vorgestellten Weinen kann manch einer seine ganz eigene Grenzgänger-Geschichte erzählen: So wachsen heute etwa auf einem nach der württembergischen Königin Olga benannten Weinberg am Hohentwiel badische Trauben. Verantwortlich sind die mehrfach wechselnden Grenzverläufe im Süden.

Weintourismus-Preise Baden-Württemberg 2015

Von der Bedeutung des Weinbaus für den Tourismus in Baden-Württemberg berichtete TMBW-Geschäftsführer Andreas Braun: „Zu einem Urlaub im Genießerland Baden-Württemberg gehört immer öfter auch der Wein. Egal ob bei einer Wanderreise oder beim Städtetrip, ein Gläschen aus Baden oder Württemberg gehört für viele dazu. Und immer mehr kommen extra, um unsere vielen weintouristischen Angebote zu besuchen.“ Gemeinsam mit den beiden Weinbauverbänden vergibt die TMBW deshalb jedes Jahr den Weintourismus-Preis Baden-Württemberg, um den Stellenwert des Weintourismus zu würdigen und weiter auszubauen. Braun lobte die diesjährigen Preisträger in seiner Laudatio als besonders nachahmenswerte Beispiele, die mit ihrer Verknüpfung von Weinbau und Tourismus das touristische Angebot im Land bereicherten und damit vorbildhaft für andere seien.

Mit dem „Müllheimer Weinlesebuch“ habe die Stadt Müllheim im Markgräflerland erfolgreich die örtliche Weingeschichte in den Mittelpunkt ihres touristischen Profils gestellt. Ausgehend von einem spannenden Weinkrimi können sich die Gäste der badischen Stadt dem Thema Wein auf unterschiedlichen Wegen annähern: Durch die Lektüre des Buches, bei kulinarischen Autorenlesungen oder bei einer szenischen Stadtführung mit der Romanfigur Günter Gmelin. Das Projekt verknüpfe ganzjährig und auf vorbildliche Weise die örtliche Weingeschichte mit verschiedenen Formen der Vermittlung und binde erfolgreich zahlreiche Projektträger aus Weinwirtschaft und Gastronomie ein. www.muellheim.de

Die Vinothek „Weinkorb“ in Korb im Remstal habe sich mit ihrer spektakulären Architektur und einem innovativen Konzept innerhalb kürzester Zeit als neues Wahrzeichen der württembergischen Weinbaugemeinde etabliert. Doch nicht nur das moderne Gebäude, das mit seiner Flechtwerk-Struktur auf den Ortsnamen anspielt, mache die Vinothek zu einer Anlaufstelle für Weinliebhaber. Das auf eine private Initiative zurückgehende Wein-Event-Haus biete mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen, Auftritten regionaler Künstler und sogar fremdsprachigen Events weitaus mehr als normale Weinproben an und vermittle das Thema Wein damit einem breiten Publikum. www.weinkorb.de

Neben den beiden Gewinnern wurden in diesem Jahr auch Anerkennungspreise an zwei ungewöhnliche und nachahmenswerte Projekte verliehen: dem Weingut Markgraf von Baden gemeinsam mit der Schlossverwaltung Salem für die „Weinerlebnisführung Weingeschichte(n)“ sowie der Genossenschaftskellerei Rosswag-Mühlhausen für ihr Projekt „Genussregion Lembergerland“.

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