Kloster Maulbronn

Das Kloster Maulbronn, 1147 gegründet, ist ein eindrucksvolles Dokument der Zisterzienserkultur und die besterhaltene Klosteranlage nördlich der Alpen.

Beschreibung

Frühgotische Innovation

Die noch im 12. Jahrhundert geweihte Klosterkirche und die Klausur wurden ursprünglich in romanischem Stil errichtet. Im frühen 13. Jahrhundert führte der sogenannte Paradiesmeister mit dem Bau von Kirchenvorhalle, Herrenrefektorium und südlichem Kreuzgangflügel frühgotische Formen im Kloster ein. Brunnenhaus, Laienrefektorium und Spitalgang stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Außerdem erweiterten die Mönche ihre Klosteranlage um zahlreiche stattliche Wirtschaftsgebäude im westlichen Klosterhof.

Spätgotische Modernisierung

Im 14. und frühen 15. Jahrhundert erfuhr der Kernbereich des Klosters, darunter Kapitelsaal, Kreuzgang und Brunnenhaus, eine spätgotische Modernisierung. Die Kirche erhielt zu dieser Zeit große Maßwerkfenster, ein Netzrippengewölbe und neue Wandmalereien. Abt Albert von Ötisheim ließ Stifterkapellen an das südliche Seitenschiff anbauen. Im Osten der Klausur stockte er das Krankenhaus auf und funktionierte es zu einem großen Gästehaus, dem Herrenhaus, um. Das Kloster gelangte in dieser Zeit zu einer neuen Blüte.

Maulbronn unter den Württembergern

Die Herzöge von Württemberg, die im 16. Jahrhundert die Herrschaft über Maulbronn besaßen, richteten im Zuge der Reformation hier eine Klosterschule ein. Insbesondere die Gebäude des östlichen Hofs wurden den neuen Anforderungen entsprechend angepasst: Das Herrenhaus wurde zum Sitz des Ephorus, des Schulleiters. Herzog Ludwig ließ ein Jagdschloss im Renaissancestil als repräsentative Residenz bauen. Maulbronn entwickelte sich zunehmend zu einem Verwaltungsmittelpunkt mit dem Gepräge einer Kleinstadt.

Romantische Verklärung im 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich zunehmend ein besonderes Interesse für die Kunst und Architektur früherer Epochen. Speziell das Mittelalter wurde wiederentdeckt und führte dazu, dass Burgen, Klöster und Ruinen aus dieser Zeit, darunter auch Maulbronn, zu nationalen Baudenkmälern erklärt wurden. Teilweise gingen die Architekten damals so weit, völlig neue Bauteile zu erschaffen, um das Mittelalter zu „rekonstruieren“, so etwa Teile des dreischaligen Brunnens oder das Obergeschoss des Laienrefektoriums.

Preis
Erwachsene7,50 €
Ermäßigte3,80 €
Familie17,50 €

Leistung SchwarzwaldCard: Eintritt frei (und auf Wunsch Standardführung)

Karte & Anreise

Kloster Maulbronn

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