Tübingen

Die Reformationsgeschichte in Tübingen ist eng mit der Geschichte der Universität verknüpft. Am dortigen Evangelischen Stift werden bis heute Pfarrer ausgebildet.

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Herzog Ulrich von Württemberg hatte schnell erkannt, dass zur Reformation auch eine Reform der Universität nötig sein würde. Der Reformator Philipp Melanchthon schien dafür der richtige Mann zu sein: Zwischen 1512 und 1518 hatte Melanchthon schon an der Universität Tübingen studiert und gelehrt, bevor er unter dem Einfluss Luthers an die Universität Wittenberg wechselte. Der Versuch, ihn 1534 nach Tübingen zu berufen, scheiterte, doch erstellte Melanchthon ein Gutachten zur Universitätsreform in Tübingen.

Ein akuter Pfarrermangel war die Folge der Reformation: Die Pfarrer, die sich weigerten, evangelisch zu predigen, mussten das Land verlassen – das waren die meisten. Um dem Mangel abzuhelfen, gründete Herzog Ulrich 1536 im ehemaligen Augustinerkloster das Tübinger Stift. Begabte männliche Landeskinder erhielten dort Kost und Logis und die Möglichkeit eines Theologiestudiums auf Staatskosten. Das Stipendium besteht bis heute.

Noch immer ist Tübingen geprägt von den Idealen des Humanismus, der Reformation und Aufklärung. Auch an der herausragenden Bedeutung der Universität hat sich nichts verändert: Von den 84 000 Einwohnern sind rund ein Drittel Studenten.

Das Wahrzeichen der Stadt ist  der Hölderlinturm. Unmittelbar neben dem Hölderlinturm ist die Anlegestelle für die Stocherkähne. Das Stocherkahnfahren auf dem Neckar gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen der Tübinger und der Touristen.

Das markanteste Altstadt-Bauwerk ist das Renaissance-Rathaus mit der astronomischen Uhr. Im Stil der Renaissance wurde auch das Schloss Hohentübingen errichtet, von dessen Aussichtsterrasse man einen herrlichen Blick über die Stadt hat.

Erhaben inmitten der Altstadt liegt auch die Stiftskirche St. Georg. Der Chorraum war nach der Reformation die Grablege der Herzöge von Württemberg.

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Stiftskirche St. Georg Tübingen