Karlsruhe-Durlach

Viel älter als die Stadt Karlruhe ist sein Ortsteil Durlach: Hier residierten die Markgrafen von Baden und fochten manchen Glaubenskampf aus.

© Michael Hornung

Heute gehört Durlach zu Karlsruhe, doch früher war es eine eigenständige Stadt und markgräfliche Residenz. Karl II. zog 1565 von Pforzheim hierher und nannte sich fortan Markgraf von Baden-Durlach. Zu der Zeit war die Stadt längst protestantisch: 1556 hatte Karl II. von Baden eine neue Kirchenordnung erlassen für die Markgrafschaft.

Schon zuvor war 1529/1530 in Durlach die Heilige Schrift in deutscher Übersetzung erschienen. Da die Luthersche Gesamtübersetzung erst 1534 fertig war, haben in der Durlacher Bibel andere Autoren die fehlenden Teile ergänzt. Heute ist die Durlacher Bibel im Pfinzgaumuseum in der Karlsburg in Durlach zu sehen.

Viele Richtungskämpfe folgten der Reformation, mal hatten die Lutheraner, mal die Calvinisten die Oberhand. Das änderte sich erst 1821, als sich die Reformierten und Lutheraner in  Baden zu einer Landeskirche zusammenschlossen. Da hatte bereits Markgraf Karl-Wilhelm im Jahr 1715 von Durlach aus die Stadt Karlsruhe begründet und als neue Residenz erwählt.

Verwinkelte Gassen und schmucke Fachwerkhäuser beweisen es: Die Geschichte Durlachs reicht viele Jahrhunderte weiter in die Vergangenheit als die Karlsruhes. Die ehemals selbstständige Stadt wird deshalb in der Region auch häufig „Mutter von Karlsruhe“ genannt.

Der Hausberg Karlsruhes erhebt sich ebenfalls in diesem Stadtteil: Der nordöstlichste Gipfel des Schwarzwalds heißt Turmberg und ist 256 Meter hoch. Besucher steigen über das „Hexenstäffele“ zu ihm hinauf oder nutzen die älteste Standseilbahn Deutschlands.

Auch die Fächerstadt Karlsruhe liegt von hier oben zu Füßen. Den Namen trägt sie, weil Markgraf Karl II. alle 32 Alleen so anlegen ließ, dass sie in der Mitte auf seine Residenz zulaufen. Das Schloss selbst ist seit 1921 Sitz des badischen Landesmuseums. Mit seinem Park bildet es bis heute den Mittelpunkt der Stadt.

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