Heilbronn

Ein Pfarrer und ein Bürgermeister sorgten dafür, dass Heilbronn früh evangelisch wurde. Und es bis ins 19. Jahrhundert auch ausschließlich blieb.

Die Reformation in der Freien Reichsstadt Heilbronn verbindet sich vor allem mit zwei Namen: Johann Lachmann und Bürgermeister Hans Riesser. Lachmann war Priester, näherte sich aber bald dem Gedankengut der Reformation an.  1526 heiratete er und führte seit 1529 Taufen und Eheschließungen in deutscher Sprache durch.

Lachmann und Riesser konnten den Rat der Stadt von der Richtigkeit der neuen Lehre überzeugen: Heilbronn unterzeichnete 1529 zusammen mit 13 anderen Reichsstädten die Protestation von Speyer und gehörte zu den Unterzeichnern des Augsburger Bekenntnisses von 1530. Ein Jahr später wurde die katholische Messe endgültig abgeschafft. Bis ins 19. Jahrhundert blieb Heilbronn eine fast ausschließlich evangelische Stadt.

Die evangelische Kilianskirche ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten  Heilbronns. Sehenswert ist dabei nicht nur der geschnitzte gotische Hochaltar, sondern auch der Zyklus der Kirchenfenster, die nach 1945 gestaltet wurden. Was die Reformationsgeschichte angeht, ist vor allem der Westturm von Bedeutung: Er zählt zu den ersten Renaissance-Bauwerken nördlich der Alpen und greift auf spöttische Art und Weise die Themen der Zeit auf. Zu den herausragenden Gebäuden der Stadt gehört auch das Renaissance-Rathaus mit der astronomischen Kunstuhr.

Überregional ist Heilbronn auch für zwei Dinge bekannt: Das ist zum einen das von Heinrich Kleist verfasste Schauspiel „Das Käthchen von Heilbronn“. Das Käthchen ist heute eine Repräsentationsfigur der Stadt. Man kann sogar Themenführungen mit ihr buchen. Zum anderen aber der Wein: Heilbronn gilt  auch als „Hauptstadt der Württembergischen Rotweine“. Über 500 Hektar Rebfläche umgeben die Stadt am Neckar. Besucher können das Thema auf vielfältige Weise erleben: Es gibt Wein-Wanderungen, Weinfeste, Besenwirtschaften und zahlreiche Weingüter.

Heilbronn

Kilianskirche Heilbronn