Heidelberg

Luther persönlich kam nach Heidelberg, um über den Glauben zu diskutieren. Die Kurpfalz folgte später trotzdem nicht ihm, sondern der Reform nach Schweizer Vorbild.

Am 26. April 1518 kam ein junger Augustinermönch namens Martin Luther an die Universität nach Heidelberg, um über seine provokanten Thesen zu diskutieren. Die Universität in Heidelberg war schon damals berühmt, die älteste in Deutschland. Entsprechend prominent war der Kreis der Zuhörer: Viele spätere Reformatoren wie Bucer und Brenz waren darunter.

Sieht man einmal von einem frühen Kurzbesuch in Ulm ab, war Heidelberg tatsächlich die einzige Stadt im heutigen Baden-Württemberg, die Martin Luther als Reformator besucht hat. Umso bemerkenswerter, dass sie sich einer anderen protestantischen Richtung, der reformierten Lehre aus der Schweiz anschloss.

1556 hatte Kurfürst Ottheinrich den lutherischen Glauben eingeführt. Sein Nachfolger Friedrich III.  gab jedoch der reformierten Schweizer Richtung den Vorzug. An der neuen Zusammenfassung der Lehre wirkte er persönlich mit: Sie sollte 1563 unter dem Namen „Heidelberger Katechismus“ in die Geschichte eingehen.

Die Hauptsehenswürdigkeit Heidelbergs ist das Schloss. Malerisch thront die Burgruine Badens über der Stadt, vom Philosophenweg auf der anderen Seite des Neckars hat man einen Panoramablick auf Alt-Heidelberg.

Das Heidelberger Schloss war die Residenz der Kurfürsten von der Pfalz. Nach der Zerstörung überließen sie die Ruine sich selbst. Die Romantik bewahrte sie vor der vollständigen Abtragung. Glück hatte Heidelberg im Zweiten Weltkrieg: Die Altstadt wurde nicht zerstört. Vor allem der Bereich um die Alte Brücke lockt die Gäste aus aller Welt in die Studentenstadt mit ihren vielen Kneipen und der längsten Fußgängerzone Europas.

Zu den Sehenswürdigkeiten Heidelbergs gehören auch seine Kirchen, allen voran die Heiliggeistkirche. Sie ist die größte Kirche Heidelbergs und kann täglich besichtigt werden. Auch ihr Turm ist für Besucher geöffnet.

Heidelberg