Gengenbach

Der Rat der Freien Reichsstadt Gengenbach empfing die Reformation mit offenen Armen. Doch sie hielt sich nur wenige Jahrzehnte.

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Die ersten evangelischen Prediger Gegenbachs kamen aus Straßburg. Als in Straßburg die Pest ausbrach, wurde das dortige Gymnasium an die 1536 in Gengenbach gegründete protestantische Lateinschule verlegt. Auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 bekannte sich Gengenbach zur Lehre Luthers und unterschrieb beim Augsburger Religionsgespräch 1541 als „protestantische Reichsstadt“. Die Prediger der Stadt verfassten 1545 sogar einen  „Evangelischen Katechismus für Gengenbach“.

1548 kündigt sich das Ende der Reformation in Gengenbach an. Besonders das Interimsgesetz auf dem Reichstag zu Augsburg  stärkte die katholische Lehre. Kaiser Karl V. wies seine kleine Reichsstadt an, zum alten Glauben zurückzukehren. Die Rekatholisierung nahm ihren Lauf. Es dauerte über 300 Jahre, bis sich 1865 wieder eine evangelische Gemeinde zusammenfand und 1890 ein Kirchlein gebaut werden konnte.

Gengenbach liegt umgeben von den Ausläufern des Schwarzwalds inmitten fruchtbarer Reb- und Obstgärten am Ausgang des Kinzigtals. Man sieht es der Stadt an, dass sie einst ein wohlhabendes Gemeinwesen war. Schon von weitem zeichnen sich die Tore und Türme der Altstadt ab,  die von zahlreichen Gässchen durchzogen wird. Ein Bummel durch die ehemalige Freie Reichsstadt führt vorbei am alten Rathaus und den Patrizier- und Bürgerhäusern.

Man spart in Gegenbach nicht am Blumenschmuck, sondern liebt es, sein Stadtbild herauszuputzen. Zur Traditionspflege gehört auch die Schwäbisch-Alemannische Fasnet: Gengenbach ist eine ihrer Hochburgen, hier findet das katholische Erbe seinen Niederschlag im Brauchtum.

Wer der Glaubensgeschichte auf die Spur kommen will, ist in der ehemaligen Benediktinerabtei richtig. Etwas außerhalb der Altstadt liegt malerisch an einem Hang die für die Reformation bedeutende Martinskirche. Sie wurde später ebenfalls rekatholisiert und bekam eine sehenswerte Rokokokanzel.

Gengenbach