Freiheit – Wahrheit – Evangelium. Reformation in Württemberg

2017 wird deutschlandweit das „Reformationsjubiläum“ begangen und damit die Veröffentlichung der 95 Thesen durch Martin Luther 1517 als Beginn eines umfassenden religiösen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Umbruchs gewürdigt.

Das Herzogtum Württemberg gehörte zu den ersten protestantischen Territorien des Heiligen Römischen Reiches. Nachdem Herzog Ulrich 1534, nach 15-jährigem Exil, sein Land wiedergewann, führte er in seinem Territorium die Reformation ein. Doch bereits zuvor war der Streit um die Reformation im Herzogtum virulent.

Ausstellung im Kunstgebäude Stuttgart vom 13. September 2017 – 19. Januar 2018

Die Ausstellung des Hauptstaatsarchivs Stuttgart widmet sich dieser Frühzeit der Reformation im Herzogtum Württemberg. Wie kamen reformatorische Gedanken nach Württemberg, wie wurden sie von der Bevölkerung aufgenommen und welche Veränderungen fanden im Zuge der Einführung der Reformation in Württemberg statt? Dabei soll vor allem das Streben der Zeitgenossen nach geistlicher und sozialer Freiheit thematisiert werden, aber auch der Streit um die evangelische Wahrheit, der sich vornehmlich im neuen Medium des Buchdrucks sowie in Kunst und Musik entlud. Das Evangelium wurde neu gedeutet, was schließlich Veränderungen im kirchlich-kulturellen, aber auch im politischen und pädagogischen Bereich mit sich brachte, welche in der Ausstellung aufgezeigt werden sollen.

Durch die Kooperation des Landesarchivs mit den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg werden parallel zur zentralen Ausstellung in Stuttgart auch in den Klöstern Alpirsbach (16.09.2017 – 19.01.2018), Bebenhausen (15.09.2017 – 19.01.2018) und Maulbronn (14.09.2017 – 19.01.2018) Präsentationen gezeigt. Die in der Reformationszeit säkularisierten Klöster bieten als herausragende „Reformationsorte“ den authentischen Rahmen zur Darstellung der Ereignisse vor Ort und zeigen exemplarisch für die württembergischen Klöster die Veränderungen in der religiösen Landschaft.

Originale Schrift- und Bildzeugnisse, künstlerische Artefakte und dreidimensionale Objekte können durch die Kooperation mit zahlreichen Partnern, aber auch aus dem spektakulären Bestand des Landesarchivs selbst gezeigt werden. Durch die Unterstützung der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart wird die Ausstellung multimedial gestaltet, mit virtuellen Präsentationen, Hörstationen und interaktiven Programmen.