Bretten

Bretten im Kraichgau steht vor allem für einen Namen: Philipp Melanchthon. Hier wurde der wichtigste Wegbegleiter Luthers 1497 geboren.

© Kraichgau-Stromberg Tourismus e.V.

Als Philipp Melanchthon am 16. Februar 1497 in Bretten das Licht der Welt erblickte, da hieß es noch Brettheim und war Teil der historischen Kurpfalz. Melanchthon selbst hieß wiederum Schwarzerdt, sein späterer Name war die direkte griechische Übersetzung  davon und eine Auszeichnung an einen Jungen, der bereits mit zwölf Jahren ein kleiner Gelehrter war. Ein großer Gelehrter war hingegen sein Großonkel Johannes Reuchlin, der Humanist aus Pforzheim, der zu den frühen Förderern des  Hochbegabten  gehörte.

Bereits 1518 wurde Melanchthon als Griechischprofessor nach Wittenberg berufen. Ihn verband ein freundschaftliches Verhältnis mit Luther, der ihm den Weg zur reformatorischen Theologie eröffnete. Da Luther als Geächteter an Verhandlungen auf Reichsebene nicht teilnehmen konnte, war Melanchthon seit 1529 bei Reichstagen und Religionsgesprächen der offizielle Wortführer der Wittenberger Theologie.

Bretten nennt sich auch die  Melanchthon-Stadt. Das wichtigste Besucherziel ist das Melanchthonhaus. Die Gedenkstätte wurde 1903 an der Stelle des ursprünglichen Geburtshauses Melanchthons errichtet. Das Gebäude beherbergt Museum, Bibliothek und Forschungsstelle. Es besitzt eine Gedächtnishalle mit Fresken und eine umfangreichen Sammlung von Büchern, Autographen, Graphiken und Medaillen.

Eine andere, viel kleinere Persönlichkeit hat es ebenfalls zu Berühmtheit gebracht: das Brettener Hundle. Es soll der Sage nach die Stadt während einer Belagerung vor der Zerstörung bewahrt haben. Eine Statue vor der Stiftskirche erinnert an das Hundle, das als Brettener Symbolfigur in zahlreichen  Geschichten  und Darstellungen fortlebt.

Geographisch liegt Bretten mitten im Kraichgauer Land direkt an der Badischen Weinstraße. Rund um die Stadt mit ihren 29.000 Einwohnern bietet die Kraichgauer Hügellandschaft zahlreiche Rad- und Wandermöglichkeiten.

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