Basel

In Basel tobte der Bildersturm. Gleichzeitig gab es in der Grenzstadt aber auch ein hohes Maß an Toleranz und viele humanistische Debatten.

Basler Münster
Basler Münster - © Basel Tourismus

Im Februar 1529 überschlugen sich in Basel die Ereignisse. Von blinder Raserei getrieben, zerstörten unzufriedene Bürger alle „Götzenbilder“ im Münster, wie es der radikale Schweizer Reformator Ulrich Zwingli gefordert hatte, und setzten die Zerstörung im Anschluss in anderen Kirchen und Klöstern fort. Der Basler Bildersturm verlief unblutig, war aber einer der radikalsten der Reformationsgeschichte.

Trotzdem galt Basel als vergleichsweise tolerante Stadt. Man rief zu gegenseitiger Rücksichtnahme auf, führte humanistische Debatten. So wurden katholische Schriften nicht per se verboten. Dieser humanistische Geist lockte viele protestantische Glaubensflüchtlinge nach Basel. Bedeutung hatte Basel für die Reformation auch als eines der Zentren des Buchdrucks. Hier wurden wichtige reformatorische Schriften gedruckt, darunter Calvins theologisches Hauptwerk, die „Institutio Christianae Religionis“ (1536).

Im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und der Schweiz, am Schnittpunkt von Schwarzwald, Vogesen und Jura liegt die drittgrößte Stadt der Schweiz auf beiden Seiten des Rheins. Der Rhein – er ist neben dem Basler Münster das heimliche Wahrzeichen der Stadt, Lebensader und Naherholungsgebiet. Im Sommer wird er zur Badeanstalt der Basler, die sich gerne flussabwärts treiben lassen.

Basel hat den Ruf, die Kulturhauptstadt der Eidgenossen zu sein. Die Dichte an hochkarätigen Museen mitsamt ihrer Architektur ist beeindruckend, angefangen von der Fondation Beyeler bis hin zum Museum Tinguely, wo sich die Monstermaschinen des Schweizer Künstlers auf Knopfdruck in Bewegung setzen.

Kultur sind auch die „drey scheenschte Dääg“, die über die Grenzen Basels hinaus bekannt sind: Mit dem Morgenstraich um vier Uhr, wenn in der Stadt alle Lichter gelöscht werden, beginnt die einzige protestantische Fastnacht mit Masken, Guggenmusik und Laternenzügen.

Basel